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HSH Nordbank Nonnenmacher panorama 2010-0828
  Foto: ddp, ddp
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Bankchef weist Bespitzelungsvorwürfe zurück: Nonnenmacher vor Untersuchungsausschuss

zuletzt aktualisiert: 01.11.2010 - 14:27

Kiel (RPO). Der Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, wehrt sich gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit der sogenannten Bespitzelungsaffäre. "Der Vorwurf ist erschreckend und nicht hinnehmbar", sagte Nonnenmacher am Montag in Kiel vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss.

Dem Chef der HSH Nordbank Nonnenmacher wurde von Ministerpräsident Carstensen der Verzicht auf Bonuszahlungen nahe gelegt.  Foto: ddp
Dem Chef der HSH Nordbank Nonnenmacher wurde von Ministerpräsident Carstensen der Verzicht auf Bonuszahlungen nahe gelegt. Foto: ddp

Nonnenmacher reagierte damit auf Berichte, wonach ein von der Landesbank beauftragtes Sicherheitsunternehmen Bankkritiker und möglicherweise auch Bankmitarbeiter überwacht habe.

Im Zusammenhang mit den umstrittenen Omega-Geschäften der Bank, die zu hohen Millionenverlusten geführt hatten, sieht Nonnenmacher keine Schuld bei sich: "Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass der Vorwurf der Bilanzfälschung völlig absurd ist." Er fügte hinzu: "Eine falsche Bilanz ist keine gefälschte Bilanz." Die umstrittenen Omega-Geschäfte der HSH Nordbank seien aus heutiger Sicht falsch bilanziert worden, räumte er aber ein. Die Bank hatte ihre Bilanz in den vergangenen Jahren offiziell korrigiert. Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt gegen Nonnenmacher wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit den Deals.

Nonnenmacher will seine Zukunft sichern

Unterdessen wurde bekannt, dass Nonnenmacher im Kampf um seinen Posten in die Offensive gehen will: Der Bankchef lud Vertreter der Anteilseigner zu einem Gespräch über seine Zukunft ein, wie ein Banksprecher einen Bericht der "Financial Times Deutschland" bestätigte. Nonnenmacher reagiert damit auf Äußerungen der wichtigsten Eigner, der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein, wonach das Vertrauen in Nonnenmacher strapaziert sei. Die Länder wollen selbst einen Gesprächstermin. Sie wollen aber vorher weitere Unterlagen der Bank sehen, die Auskunft über den Einsatz der Sicherheitsfirma Prevent und Verbindungen zu Nonnenmacher geben könnten.

Nonnemacher nannte vor dem Ausschuss Darstellungen in Medien, wonach er die Beziehung zu Prevent hergestellt habe, "frei erfunden". Das Unternehmen habe bereits seit 2004 für die Landesbank gearbeitet. "Beanstandungen der Tätigkeit der Prevent AG hat es nicht geben", sagte er. Im Zuge der Misere der Bank im vergangenen Jahr habe es "zahlreiche Informationslecks" gegeben, welche die Gesundung der Bank gefährdet hätten. Bei der Zusammenarbeit mit Prevent sei es darum gegangen, die Konzernsicherheit zu erhöhen, sagte Nonnenmacher. Als Beispiel nannte er ein "kontinuierliches Forensik-Monitoring" der Medien. Die Bank habe keine eigene Abteilung für Konzernsicherheit gehabt, sagte Nonnenmacher. Er habe nach seinem Eintritt 2007 überhaupt erst eine solche Einheit aufgebaut. Die Zusammenarbeit mit Prevent sei Ende 2009 zurückgefahren und Mitte des laufenden Jahres beendet worden.

In der vergangenen Wochen waren Hamburg und Schleswig-Holstein öffentlich auf Distanz zu Nonnenmacher gegangen. Vorher hatte es seit Wochen Berichte gegeben, wonach aus der Bank heraus Topmanager mit schmutzigen Tricks aus dem Job gedrängt worden seien. Die Staatsanwaltschaft Kiel ermittelt in einem dieser Fälle.

Die Landesbank konnte 2009 nach hohen Spekulationsverlusten nur durch eine Finanzspritze der beiden Länder in Höhe von drei Milliarden Euro gerettet werden. Außerdem sprachen sie der Bank Garantien in Höhe von zehn Milliarden Euro aus. Untersuchungsausschüsse in Kiel und Hamburg sollen jetzt die politischen Verantwortlichkeiten für die Misere klären.

Quelle: DDP/awei

 
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