Gagfah und Deutsche Annington interessiert: NRW eröffnet LEG-Bieterverfahren im November
zuletzt aktualisiert: 24.10.2007 - 07:54Düsseldorf (RP). Nach der Gagfah meldet nun auch die Deutsche Annington Interesse am Kauf der LEG an. Beide brauchen das Portfolio, um ihre Wachstumsziele einhalten zu können. Die scharfe Konkurrenz ist gut für die Mieter.
Nach Monaten des Zauderns bekennt sich die Deutsche Annington nun doch zu ihrem Interesse an der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG). „Ja, wir schauen uns dieses Portfolio genau an“, sagte jetzt der neue Annington-Chef Wijnand Donkers. Zuvor hatte bereits der Wohnungsriese Gagfah sein Interesse an der LEG erklärt.
Im Gespräch mit unserer Redaktion hatte Gagfah-Chef Burkhard Drescher im Juni noch bezweifelt, dass die Deutsche Annington überhaupt in der finanziellen Lage sei, den milliardenschweren LEG-Kauf zu stemmen. Ohne explizit darauf einzugehen, wusste Donkers diese Bedenken jedoch zu zerstreuen: „Uns stehen in den nächsten fünf Jahren jährlich 1,5 Milliarden Euro für Wachstum zur Verfügung“, stellte er klar. Damit zeichnet sich ein Bietergefecht zwischen den deutschen Wohnungsriesen Nummer Eins (Deutsche Annington) und Nummer Zwei (Gagfah) um die LEG ab.
Denn sowohl die börsennotierte Gagfah als auch die Deutsche Annington, die dem britischen Finanzinvestor Terra Firma gehört, haben ihren Eigentümern ein rasantes Wachstum versprochen. Annington will den Bestand von derzeit 220000 Wohnungen bis 2009 sogar verdoppeln. Vor dem Hintergrund, dass die 106000 Wohnungen der LEG das letzte in Deutschland zum Verkauf stehende Großpaket darstellen, dürften also beide Wettbewerber ein intensives Interesse haben. Und das trotz der hohen Schulden, die auf dem Wohnungsunternehmen LEG lasten.
Nach Informationen unserer Redaktion wird die Landesregierung NRW das Bieterverfahren Mitte November eröffnen. Anderslautenden Gerüchten zum Trotz erklärte eine Sprecherin des Finanzministeriums gestern auf Anfrage, dass die Sozialcharta zum Schutz der Mieter nicht abgeschwächt werde.
Also darf der Käufer binnen zehn Jahren unter anderem die Mieten nur begrenzt erhöhen, weder Luxussanierungen durchführen noch Eigenbedarfskündigungen aussprechen. Er muss Mietern, die älter als 60 Jahre sind, ein lebenslanges Mietrecht einräumen und bei einem Weiterverkauf den Fortbestand der Mieterrechte und Sozialstandards gewährleisten. Donkers sagte, die Eigenkapitalquote der Deutschen Annington liege derzeit bei 20 Prozent.
Den Wert des Immobilienbestandes bezifferte er auf rund zehn Milliarden Euro. Der Markt für Wohnungswirtschaft habe sich in den vergangenen sechs Monaten deutlich verändert. Der - vor allem von den betroffen Mietern gefürchtete - schwungvolle Handel mit ganzen Wohnungsblöcken sei immer weniger rentabel. Inzwischen kämen die Renditen wieder aus dem normalen Mietgeschäft - und das setze zufriedene Mieter voraus. Denn nur die verhindern Leerstände.
Mit unter fünf Prozent liegt die Leerstandsquote bei der Deutschen Annington deutlich unter dem Branchendurchschnitt. Anders als im europäischen Ausland sieht Donkers in Deutschland keinen Platz für plötzlich drastisch steigende Wohnungsmieten. „Die Mieterhöhungen orientieren sich relativ konstant an der Inflation“, so Donkers. Bei der Deutschen Annington würden die Mieten in diesem Jahr im Schnitt um 1,5 bis 1,6 Prozent
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