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Gas Panorama, AP 2009-0824
  Foto: AP, AP
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Kartellbehörde ermittelt: NRW: Jeder achte Gasversorger ist zu teuer

VON ANTJE HÖNING - zuletzt aktualisiert: 05.05.2010 - 07:21

Düsseldorf (RP). Die großen Preisunterschiede beim Gas haben die Kartellbehörde des Landes auf den Plan gerufen. Bei einer Kontrolle stellte sie fest, dass 19 der 144 regionalen Versorger in Nordrhein-Westfalen "auffällig hohe Preise" verlangen, wie das NRW-Wirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte.

So müssen deren Kunden bis zu 36 Prozent mehr zahlen als der durchschnittliche Kunde in NRW. Damit muss ein Single-Haushalt in den überteuerten Regionen pro Jahr bis zu 200 Euro zusätzlich für seine Gas-Lieferung zahlen, ein Vier-Personen-Haushalt sogar bis zu 400 Euro extra.

Die Kartell-Behörde leitete gegen die aufgefallenen Unternehmen Vorermittlungen ein. Nun müssen die Versorger ihrer hohen Preise rechtfertigen. "Kommen sie der Aufforderung nicht nach bzw. sind ihre Erläuterungen für die Kartellbehörde nicht nachvollziehbar, werden Preissenkungen durch die Landes-Kartellbehörde festgelegt", heißt es in der Mitteilung.

Für ihre Untersuchung hat die Behörde die Preise von Februar bis April untersucht und mit dem Landes-Durchschnittspreis verglichen. Als "auffällig teuer" gilt ein Versorger dann, wenn sein Preis mehr als zehn Prozent über dem Durchschnittspreis liegt. Die Stadtwerke in Monheim (Mega) bestätigen, dass die Behörde richtig gerechnet hat. "Unsere Preise sind tatsächlich sehr hoch. Wir sind aber bereits in Verhandlungen mit unserem Lieferanten Wingas, an den wir durch langfristige, an den Ölpreis gekoppelte Lieferverträge gebunden sind", so ein Sprecher.

Info

Gegen diese Versorger wird ermittelt

Oelde 36,87 Prozent über dem Duchschnittspreis
Dülmen 34,83 Prozent
Wermelskirchen 26,76 Prozent
Düren 24,41 Prozent
Monheim 19,10 Prozent
Radevormwald 16,81 Prozent
Bocholt 12,41 Prozent
Rees 12,26 Prozent
Willich 11,88 Prozent
Herne 11,87 Prozent
Erkrath 10,38 Prozent 

Was können die Verbraucher nun tun? Sie können abwarten, bis ihr Versorger freiwillig oder gezwungenermaßen die Preise senkt. Oder sie wechseln gleich zu einem preiswerteren Anbieter. Das empfiehlt die Wirtschaftsministerin des Landes, Christa Thoben (CDU). "Die Anbieter müssen spüren, dass die Gaskunden mit jedem Cent rechnen", sagte Thoben. Nur wenn sich Gaskunden preisbewusst verhalten, steige der Wettbewerb auf den Energiemärkten.

Die Überwachung der überregionalen Versorger ist nicht Sache des Landes, sondern des Bundeskartellamtes. Das hat 2008 bei 30 Versorgern ebenfalls überhöhte Preise festgestellt. Dazu zählten die Eon-Vertriebstöchter, RWE, die Stadtwerke Düsseldorf und die Rheinenergie Köln. Sie mussten ihren Kunden insgesamt 130 Millionen Euro zurückerstatten.

Quelle: RP

 
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