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Unsichere Zukunft für Opel-Werk in Bochum
NRW-Minister fordert Wachstumsstrategie für Opel
Die Opel-Standorte in Deutschland
Die Opel-Standorte in Deutschland FOTO: AP
Bochum. Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) hat eine Wachstumsstrategie für Opel gefordert. "GM und Opel müssen Geld in die Hand nehmen", sagte Schneider am Samstag am Rand einer Belegschaftsversammlung in Bochum. Dort kamen mehrere tausend Opelaner zusammen

Mehrere tausend Opelaner sind am Samstag zu einer Belegschaftsversammlung in Bochum zusammengekommen, um sich über die Auswirkung der Krise bei dem Autobauer zu informieren. Opel und die Schwestergesellschaft Vauxhall haben nach Ansicht der Muttergesellschaft General Motors (GM) Überkapazitäten. Die europäische Tochter macht hohe Verluste. Die Beschäftigten befürchten, dass das Werk Bochum oder Ellesmere Port in Großbritannien geschlossen werden könnte

Schneider forderte GM auf, für die Tochter Opel Märkte wie Indien und China freizugeben und nicht weiter auf Europa zu beschränken. Dazu müsse eine Vorwärtsstrategie entwickelt werden. Werkschließungen müssten gleichzeitig vom Tisch. Bei der Zukunftsplanung setzte er auf eine Kooperation von Management und Betriebsrat.

Bochums Betriebsratschef Rainer Einenkel sieht bei Werksschließungen das ganze Unternehmen bedroht. "Wenn hier geschlossen wird, würde das die Marke Opel nicht überleben." Auch der Betriebsrat fordert, dass GM Geld bereitstellen müsse, um Opel neue Märkte zu erschließen. Vom Land erwartet Einenkel keine finanzielle Hilfe. "GM hat genug", sagte er.

"Eine Schließung von Bochum werden wir niemals akzeptieren oder sozialverträglich gestalten", erklärten Betriebsrat und Gewerkschaft. Bis 2014 sind Kündigungen und Werksschließungen vertraglich ausgeschlossen. Die Arbeitnehmer geben GM die Schuld für die Misere. Die Muttergesellschaft beschränke Opel auf den europäischen Markt, verkaufe aber selbst weltweit.

Nach Expertenansicht kann diese Strategie die Lage von Opel weiter verschlechtern. Sie gehen davon aus, dass die Verkaufszahlen der Autobranche in Europa weiter zurückgehen. "Nach unseren Berechnungen müssten in Europa Kapazitäten für die Produktion von rund zwei Millionen Fahrzeugen abgebaut werden. Das entspricht etwa sieben Fabriken", sagte Klaus Stricker, Partner der Unternehmensberatung Bain & Company, der "Wirtschaftswoche" 2011 wurden in Westeuropa 12,8 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, 2012 rechnet Bain nur mit 12 Millionen.

Quelle: lnw
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