Zukunft der Landesbank: NRW will WestLB 500 Millionen geben
VON GEORG WINTERS - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007 - 22:58Düsseldorf (RP). Im Poker um die Zukunft der WestLB haben sich das Land NRW und die Sparkassenverbände im Rheinland und in Westfalen nach monatelangem Ringen offenbar auf eine gemeinsame Richtung verständigt. Nach Informationen unserer Redaktion soll die Bank eine milliardenschwere Finanzspritze erhalten, vorläufig eigenständig bleiben und die Mittelstandsbank IKB übernehmen.
Das Land könnte seinen Anteil als stille Einlage oder in ähnlicher Form leisten und müsste dafür nach Einschätzung aus Bankenkreisen mindestens 400 Millionen bis 500 Millionen Euro aufwenden. Bei den Sparkassen ist offenbar daran gedacht, dass sie mehrere Tochter-Firmen als Sachkapital in die WestLB einbringen. Das Ganze soll nach Angaben aus dem Umfeld der Bank so über die Bühne gehen, dass sich die Beteiligungsverhältnisse nicht verändern.
Derzeit halten die beiden Sparkassenverbände in Düsseldorf und Münster jeweils rund 25 Prozent an der WestLB (zusammengerechnet also die Mehrheit) und das Land etwa 38 Prozent.
Bei der jetzt angedachten Lösung wäre eine Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg, die von den Sparkassen favorisiert worden war, vorerst vom Tisch. Allerdings sei der Zusammenschluss damit nicht für alle Zeiten unmöglich, hieß es. Eine Fusion könnte auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden.
In Bankenkreisen hieß es gestern, ein Aufschub dieser Pläne hätte zwei Vorteile: Erstens könnte man bis dahin abwarten, wie sich die Belastungen aus der US-amerikanischen Immobilienkrise in den Bilanzen aller Landesbanken niederschlügen; zweitens ließe sich der Wert der WestLB in der Zwischenzeit weiter steigern.
Die angedachte Höhe der Kapitalspritze setzt sich nach Angaben aus dem Umfeld der Bank aus mehreren Komponenten zusammen: Zum einen bräuchte die WestLB zwischen 250 Millionen und 300 Millionen Euro, um der Kreditanstalt für Wiederaufbau ihren 38-Prozent-Anteil an der IKB abzukaufen. Zweitens wäre vermutlich ein dreistelliger Millionenbetrag nötig, um Kosten für weitere Umbauten in der Bank abzufedern. Mit dem Rest ließe sich ein Jahresverlust von mehreren hundert Millionen Euro auffangen.
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