Kontodaten von Mitarbeitern überprüft: Nun auch Datenskandal bei Airbus
zuletzt aktualisiert: 02.04.2009 - 06:34Hamburg (RPO). Nach der Deutschen Bahn und der Telekom ist auch bei Airbus Deutschland eine Datenaffäre ans Licht gekommen: Eine interne Untersuchung habe ergeben, dass die Kontodaten von Mitarbeitern des Flugzeugbauers mit denen von Zulieferern abgeglichen worden seien.
Das sagte Airbus-Sprecher Stefan Schaffrath AFP am Mittwochabend. Er bestätigte damit einen Bericht des "Hamburger Abendblatts".
Das neue Top-Management des Flugzeugbauers in Deutschland habe angesichts anderer Datenaffären die Untersuchung "pro-aktiv" gestartet, um festzustellen, ob es auch bei Airbus einen "Datenvorfall in ähnlicher Richtung" gegeben habe, sagte Schaffrath.
Der Sprecher betonte, der Datenabgleich sei inzwischen abgestellt. Es sei im übrigen kein Zusammenhang zwischen den Mitarbeiter- und den Zuliefererdaten festgestellt worden. Die Airbus-Mitarbeiter und der Betriebsrat seien im März über den Vorfall informiert worden.
Dem "Abendblatt" zufolge fand im Jahr 2007 ein Abgleich der Kontonummern aller Beschäftigten mit den Kontonummern von Zulieferern statt. Damit wollte Airbus dem Bericht zufolge herausfinden, ob sich Mitarbeiter illegal bereichern. Nachdem die Überprüfungen keine konkreten Korruptionsfälle ergeben hätten, seien sie eingestellt worden.
Der Airbus-Betriebsrat war über die Aktion nach eigenen Angaben zunächst nicht informiert. "Wir lassen den Sachverhalt jetzt juristisch prüfen", sagte der Betriebsratschef des Hamburger Werks, Horst Niehus, der Zeitung.
Die Deutsche Bahn hatte mehrmals die Daten eines Großteils ihrer Mitarbeiter abgleichen lassen, um mögliche Korruptionsfälle im Unternehmen aufzudecken. Die Telekom ließ mehrere Führungskräfte überprüfen, um aufzudecken, ob diese Informationen an die Presse geben.
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