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Übernahmekampf um Opel: Nur Magna und RHJ noch im Rennen

zuletzt aktualisiert: 23.07.2009 - 09:32

Berlin (RPO). Aus drei mach zwei: Im Kampf um die Übernahme des angeschlagenen Autobauers Opel verbleiben nur noch zwei Interessenten. Opel verhandelt nach Angaben von General Motors nur noch mit dem österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und dem belgischen Finanzinvestor RHJ International. Der chinesische Interessent BAIC ist damit aus dem Rennen. BAIC waren von Anfang an nur geringe Chancen eingeräumt worden, bei Opel zum Zuge zu kommen.

Die drei am Montag eingegangenen Angebote seien in einer "guten und gründlichen Diskussion" behandelt worden, erklärte der von General Motors mit den Verhandlungen beauftragte Vertreter John Smith. "Wir sind übereingekommen, detaillierte Verhandlungen mit Magna und RHJI weiterzuführen, um Opels Zukunft zu sichern".

Die Chinesen hatten versucht zu punkten, indem sie mehr Eigenkapital als alle Mitbewerber bei Opel einbringen wollten. Zudem hatten sie angeboten, mit lediglich rund 2,6 Milliarden Euro Staatshilfe auszukommen. Der chinesische Autobauer war aber von der deutschen Politik als ungeeigneter Partner eingestuft worden, zum einen wegen seiner geringen Größe, zum anderen weil BAIC offenbar nicht die Unterstützung der Pekinger Regierung hatte.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) sagte, dass nach seiner Einschätzung in zwei bis drei Wochen die endgültige Entscheidung bei GM für den Bieter Magna fallen werde. Ein Zuschlag für RHJ sei unwahrscheinlich, weil dies die Bundesländer mit Opel-Standorten nicht akzeptieren würden, sagte er im SWR.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungen der vier "Opel-Länder" hatten sich am Mittwoch gleichermaßen für das kanadische Unternehmen Magna als künftigen Eigner ausgesprochen. In einem vierstündigen Spitzengespräch der Bundesregierung und der Länder mit General Motors im Berliner Kanzleramt wollte sich der US-Konzern jedoch noch nicht auf einen Favoriten festlegen.

Die IG Metall spracht sich klar gegen den Finanzinvestor RHJ als Käufer von Opel aus. Man sei weiter bereit, sich an einem zukunftsfähigen Konzept zu beteiligen, erklärte der Vorsitzende Berthold Huber. "Für kurzfristige Shareholder-Interessen wie von RHJ steht die IG Metall aber nicht zur Verfügung."

Offenbar gehe es RHJ wie jedem anderen Finanzinvestor nur darum, "schnell Kasse zu machen" und Opel möglichst rasch gewinnbringend weiterzuverkaufen, meinte Huber. In dem bisher bekannten Konzept der zu Ripplewood gehörenden RHJ-Gruppe sei keine langfristige Strategie erkennbar.

Damit würde die Zukunft von Opel und von Tausenden von Arbeitsplätzen verspielt, monierte er. "Auch Arbeitnehmer investieren nur dann in ihr Unternehmen, wenn sie daran beteiligt werden und verbindliche Zusagen für den Erhalt der Standorte und den Ausschluss von Kündigungen erhalten", betonte Huber.

Der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag, Otto Fricke (FDP), verlangte unterdessen ausreichende Informationen für das Parlament über die endgültigen Angebote zur Opel-Übernahme.

Quelle: AFP/seeg

 
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