"Wo ich bin, da ist die Erotik": Oberfranke braut Erotik-Bier nackt
zuletzt aktualisiert: 05.04.2004 - 10:49Schönbrunn (rpo). Die oberfränkische Region zwischen Hof und Bamberg hält für Bierliebhaber eine besondere Attraktion bereit: Das Erotikbier hat es bis ins Museum von Beate Uhse geschafft. Dabei war alles nur eine Schnapsidee, wie Brauer Jürgen Hopf meint.
Längst ist der Brauer mit dem entsprechenden Namen zum Medien-Star geworden: Jürgen Hopf aus Schönbrunn braut Erotik-Bier. Er tut dies streng nach dem Bayerischen Reinheitsgebot - und hat dennoch eine Marktlücke entdeckt. Ob es an den freizügigen Kronkorken oder an der halbnackten Schönen auf dem Etikett liegt? "Es war eine Schnapsidee", berichtet der 48-jährige Oberfranke. Er stellte sich nur mit Schürze bekleidet an den Sudkessel seiner kleinen Privatbrauerei im Fichtelgebirge. Das Polaroid-Foto davon hatte das Zeug zur Werbe-Ikone, "also erfand ich das Bier für die Nacht", schildert Hopf.
Prickelnd und anregend - so beschreibt er seine Kreation. Doch da diese Beschreibung wohl auf jedes Hopfen-Gebräu zutrifft, griff er zu einem weiteren Marketing-Trick: Einer 99,6-prozentigen Viagra-Lösung. Fässer mit der entsprechenden Banderole lagern hinter einer Eisentüre, die Hopf jedem öffnet, der ihm nicht glaubt: "Ein Liter davon kommt auf 100 Hektoliter Bier", sagt Hopf augenzwinkernd. Vor dem ersten Probeschluck gesteht er ernst: "Ich setze auf den Placebo-Effekt - wer's glaubt ..."
Inzwischen hat das "Viagra-Bier" mit 5,5 Prozent Alkohol und 13,2 Prozent Stammwürze selbst in den USA und in Großbritannien Abnehmer. Der treueste Konsument sitzt jedoch in Sachsen: "Der rief mich einmal mitten in der Nacht an und beklagte sich, dass er nach sieben Bier noch immer keine entsprechende Wirkung an sich beobachten konnte." Hopf riet ihm, sich schlafen zu legen und es am nächsten Tag noch mal langsam und mit mäßigerem Genuss zu probieren.
Zielgruppe: Männer ab 40
Seine Zielgruppe sind Männer ab 40, doch auch Frauen sind nach Angaben des Brauers auf den Geschmack gekommen. "Sie schätzen den kräftig-süßen Geschmack des Erotik-Bieres", sagt er. Weil er die weiblichen Fans nicht mit freizügigen Frauen-Fotos auf dem Etikett abschrecken will, überlegt er nun, sich selbst "zu opfern": "Denn wo ich bin, da ist die Erotik."
Schade nur, dass die Bayern dies noch nicht recht bemerkt zu haben scheinen. "Nur wenige Händler zwischen München und Nürnberg haben die 1-Liter-Einstiegsflasche oder die 2-Liter-Erotikkeule im Angebot", bedauert Hopf. Das könnte sich ändern, wenn sich herumspricht, wem die Oberfranken ihren Sieg beim Bier-Wettstreit eigentlich zu verdanken haben. Denn Bernd Sauer von der Bayreuther Handwerkskammer gesteht: "Wir hatten das Erotik-Bier als Geheimwaffe dabei!"
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