Telekom-Strategie: Obermann hält am Kurs seines Vorgängers fest
zuletzt aktualisiert: 06.12.2006 - 10:13Bonn (RPO). Der neue Telekom-Vorstandschef René Obermann hält grundsätzlich am Kurs seines Vorgängers Kai-Uwe Ricke fest. Obermann bekräftigte am Mittwoch die langfristigen Sparziele des Konzerns von fünf Milliarden Euro bis 2010. Auch solle das neue VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz im geplanten Umfang ausgebaut werden.
Auf dem hartumkämpften deutschen Markt erwartet Obermann weitere Verluste bei den herkömmlichen Festnetzanschlüssen. Er versprach aber, der Konzern werde alles daran setzen, diese Entwicklung im Festnetzbereich zu bremsen.
"Mehr Gewicht auf Kundenbindung, besserer Service und günstigere Preise sind die richtigen Instrumente dafür", betonte er. Der neu zusammengesetzte Vorstand werde nun gemeinsam an einer Langfriststrategie arbeiten, in deren Mittelpunkt die Kundenbedürfnisse stünden.
Obermann bekräftigte gleichzeitig, dass der bereits eingeläutete gemeinsame Marktauftritt von Festnetz und Mobilfunk in Deutschland erste Wirkung zeige. Die "kräftige Nachfrage" nach den im Herbst eingeführten neuen Tarifen bei T-Com und T-Mobile zeige, "dass das Bild der in Scharen davonlaufenden Kunden schief und einseitig ist", sagte der Vorstandsvorsitzende.
Beim Ausbau des VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetzes bezeichnete Obermann die vom Bundestag verabschiedete Novelle als "gute Kompromisslösung, mit der wir uns arrangieren können".
Es sei nicht das Ziel, den Wettbewerb bei VDSL auszuschließen. Vielmehr könnten andere Diensteanbieter der Telekom sogar für eine schnelle Markterschließung von Nutzen sein, sagte Obermann. Die Gesetzesvorlage, die noch vom Bundesrat gebilligt werden muss, ermöglicht eine Freistellung des VDSL-Netzes von der Regulierung.
Die Telekom will auch an ihrer Beteiligung am Mautbetreiberkonsortium Toll Collect festhalten, wie Geschäftskundenvorstand Lothar Pauly sagte. Obermann gab indirekt zu verstehen, dass in der Geschäftskundensparte T-Systems keine generelle Trennung vom IT-Geschäft geplant sei.
Verschmelzung der Sparten geplant
Außerdem will Obermann die Sparten des Konzerns enger vernetzen. In Zukunft sollten alle Angebote aus einer Hand kommen. Besonders in Deutschland wolle die Telekom ihre Angebote künftig "aus einer Hand leisten und nicht mehr fragen: Was macht T-Com und was T-Mobile, sondern was wollen unsere Kunden", sagte Obermann.
Eine langfristige Strategie für den Konzern will Obermann erst im Frühjahr vorstellen. Er betonte, für die neue Führung der Telekom seien ihm "höchste Kundenorientierung, unternehmerisches Denken und Innovationskraft besonders wichtig". Dies sei in seinem neuen Team "reichlich vertreten".
Der Telekom-Aufsichtsrat hatte am Dienstag den bisherigen Service- und Vertriebschef von T-Mobile International, Timotheus Höttges, zum neuen Chef der Festnetz- und Breitbandsparte T-Com ernannt. Er löst Walter Raizner ab. Der Technikchef des Konzerns, Hamid Akhavan, rückt als Nachfolger von Obermann an die Spitze von T-Mobile International und wird damit zugleich auch Vorstandsmitglied des Konzerns.
Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick bleibt im Amt. Sein Vertrag wurde verlängert. Auch T-Systems-Chef Lothar Pauly bleibt. Personalvorstand Heinz Klinkhammer hatte seinen Rücktritt aus persönlichen erklärt. Eick wird ab 1. Januar dieses Amt kommissarisch verwalten, bis die Nachfolge geklärt ist.
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