Teuerung um 1,2 Prozent: Öl-Preise treiben Inflationsrate
zuletzt aktualisiert: 10.06.2010 - 09:11Wiesbaden (RPO). Vor allem Benzin und Heizöl haben die Verbraucherpreise in Deutschland im Mai steigen lassen. Der Index lag um 1,2 Prozent höher als im Mai 2009, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Im März 2010 hatte die Inflationsrate bei 1,1 Prozent und im April bei 1,0 Prozent gelegen.
Der für die Geldpolitik wichtige Schwellenwert von 2 Prozent wird damit weiterhin deutlich unterschritten. Im Vergleich zum April 2010 stieg der Verbraucherpreisindex um 0,1 Prozent.
Das Bundesamt bestätigte damit seine vorläufigen Berechnungen von Ende Mai. Überdurchschnittlich war die Preisentwicklung bei der Energie; die Preise stiegen um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bereits seit März 2010 müssen die Verbraucher wieder steigende Energiepreise hinnehmen. Besonders stark war mit 17,9 Prozent der Preisanstieg bei Mineralölprodukten; davon erhöhten sich die Preise für leichtes Heizöl sogar um 34,6 Prozent und für Kraftstoffe um 14,0 Prozent.
Strom verteuerte sich um 2,9 Prozent. Die binnen Jahresfrist rückläufigen Preise für Gas (minus 9,3 Prozent) sowie für Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (minus 12,0 Prozent) konnten den Preisanstieg bei den anderen Energieprodukten nicht ausgleichen. Ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung bei Energie hätte die Inflationsrate im Mai 2010 bei 0,8 Prozent gelegen; ohne Mineralölprodukte betrug die Jahresteuerungsrate 0,5 Prozent.
Lebensmittelpreise uneinheitlich
Die Preise für Nahrungsmittel lagen im Mai 2010 den dritten Monat in Folge über dem Vorjahresniveau (plus 1,3 Prozent). In den verschiedenen Lebensmittelbereichen entwickelten sich die Preise allerdings sehr unterschiedlich.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise vor allem für Obst (plus 6,2 Prozent) und Gemüse (plus 4,2 Prozent). Durch die Preiserhöhung bei Butter von 20,2 Prozent sind die Preise für Speisefette und -öle insgesamt um 6,4 Prozent gestiegen. Ebenfalls teurer wurden Fisch und Fischerzeugnisse. Die Preise erhöhten sich hier um 4,5 Prozent.
Es gab allerdings auch Preissenkungen im Vergleich zum Mai 2009. Süßwaren wurden um 1,2 Prozent günstiger. Brot- und Getreideerzeugnisse verbilligten sich um 0,6 Prozent.
Waren verteuerten sich im Mai dieses Jahres um durchschnittlich 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Preise für Dienstleistungen stiegen im gleichen Zeitraum um 0,8 Prozent.
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