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Telekom Daten-Skandal: Offensichtlich auch Frank Bsirske Opfer der Bespitzelung

zuletzt aktualisiert: 13.11.2008 - 18:59

Bonn (RPO). Neue prominente Namen tauchen in der Spitzelaffäre der Telekom auf: Angeblich stand auch der Verdi-Chef Frank Bsirske auf der Liste der Betroffenen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand sind die Verbindungsdaten von 55 Personen mit zum Teil mehreren Telefonanschlüssen erhoben oder verarbeitet worden, wie die Bonner Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Darunter seien Aufsichtsräte der Telekom sowie der Mobilfunktochter T-Mobile, ein Vorstandsmitglied der Telekom, Betriebsratsangehörige und weitere Personen aus deren Umfeld. Zudem waren den Angaben zufolge auch sieben Journalisten von der Aktion betroffen. Die Geschädigten seien informiert worden.

Nach Angaben von Verdi ist unter den Geschädigten auch Gewerkschaftschef Frank Bsirske. Da Bsirske nie Mitglied im Aufsichtsrat der Telekom war, sei die Argumentation des Konzerns, in dem Gremium Lücken finden zu wollen, brüchig, sagte das Mitglied im Verdi-Bundesvorstandes, Lothar Schröder, in Berlin. Dies zeige, dass bei der "Telekom kriminelles Verhalten zur Geschäftsgrundlage" gehört habe. Unter anderem seien der Gesamtbetriebsratschef der Deutschen Telekom Kundenservice GmbH, Josef Bednarski, der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats T-Systems, Lothar Holzwarth, sowie er selbst ausspioniert worden.

Zugleich sagte Schröder, dass der amtierende Telekom-Vorstand sich von dem Geschehen distanziert und mehrfach bei den Betroffenen entschuldigt hätte. Damit allein sei es jedoch nicht getan, sagt er.

Schröder kündigte an, Strafantrag unter anderem wegen der Verletzung der Persönlichkeitsrechte stellen zu wollen. Gleichzeitig äußerte er sich skeptisch, ob tatsächlich nur Verbindungsdaten erfasst worden seien.

Personalchef Klinkhammer bespitzelt

Bei dem von der Telekom bespitzelten Mitglied des Unternehmensvorstands handelt es sich nach Informationen des "Spiegels" um den früheren Personalchef Heinz Klinkhammer. Er war in seiner Zeit als Personalvorstand von 1996 bis 2006 auch für die Konzernsicherheit verantwortlich.

"Spiegel online" zitierte Klinkhammer mit den Worten: "So etwas hätte ich bis vor kurzem für unmöglich gehalten." Zuletzt hatte er den ehemaligen Konzernchef Kai-Uwe Ricke in der Abhöraffäre massiv angegriffen und für den Skandal mitverantwortlich gemacht.

Quelle: afp

 
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