Sozialplan abgesegnet: Opel-Belegschaft stimmt Verkleinerung von Antwerpener Werk zu
zuletzt aktualisiert: 27.04.2010 - 12:53Rüsselsheim/Bochum (RPO). Die Opel-Mitarbeiter in Antwerpen haben dem Sozialplan des Unternehmens zugestimmt. Die Beschäftigten hätten den Plan mit 76,2 Prozent der Stimmen angenommen, teilte das Europäische Arbeitnehmerforum am Dienstag in Rüsselsheim mit.
Für die verkleinerte Fabrik will Opel zusammen mit der flämischen Regierung einen Investor finden. Eine Einigung über den Sozialplan war Voraussetzung für die Sanierung.
Nun müsste rund die Hälfte der etwa 2500 Beschäftigten in dem Opel-Werk in der belgischen Hafenstadt bis spätestens Ende Juni ihren Hut nehmen. Sollte bis Ende September kein Käufer für den Standort gefunden werden, in dem bisher der Kleinwagen Corsa produziert wird, gilt der Sozialplan auch für die verbleibenden Beschäftigten, und das Werk wird bis spätestens zum Jahresende geschlossen, hieß es weiter.
"Wir sind überzeugt, dass Antwerpen ein attraktiver Standort ist und dass durch den Einstieg eines Investors die Belegschaft und das Werk eine Chance für eine langfristige Zukunft erhalten", erklärte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. Die Arbeitnehmer hatten mit massiven Protesten gegen die Schließungspläne von Opel durchgesetzt, dass zunächst ein Investor gesucht wird.
Produktionszusagen sollen helfen
Um das Werk für einen potenziellen Investor interessanter zu machen, will Opel mit Produktionszusagen locken. So soll an dem Standort unter anderem das neue Astra Cabrio im Auftrag der Adam Opel GmbH montiert werden. Weitere Nischenprodukte könnten folgen.
Angesichts der massiven Überkapazitäten in Europa bezweifeln Branchenexperten aber trotzdem, dass die Suche nach einem Käufer aus der Autobranche Erfolg haben wird. Angesichts der verkehrsgünstigen Lage des Grundstücks in Antwerpen wird allerdings nicht ausgeschlossen, dass auch ein branchenfremder Käufer Interesse zeigen könnte.
Der Opel-Mutterkonzern General Motors hatte im Januar bekannt gegeben, die Fabrik schließen zu wollen. Dieses Vorhaben hatte dem Management scharfe Kritik von der Arbeitnehmerseite eingebracht. Insgesamt will GM im Zuge der Sanierung der europäischen Sparte Opel/Vauxhall 8000 der rund 48 000 Arbeitsplätze streichen. Von den etwa 25 000 Jobs in Deutschland sollen 4900 wegfallen. Allein am Opel-Standort Bochum sollen künftig rund 1800 Arbeitsplätze gestrichen werden.
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