Nach Arbeitsplatz-Kompromiss: Opel-Betriebsrat erwartet harte Standort-Verhandlungen
zuletzt aktualisiert: 18.12.2004 - 11:58Hamburg/Bochum (rpo). Der Opel-Betriebsrat erwartet nach dem Arbeitsplatz-Kompromiss mit dem US-Mutterkonzern General Motors (GM) harte Verhandlungen zur Zukunft der deutschen Standorte. Es werde "extrem schwer, Bochum als Produktionsstandort über das Jahr 2010 hinaus zu sichern", sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz dem "Spiegel".
Es wäre töricht, die Fertigung in Nordrhein-Westfalen zu beenden, wo die Marke Opel traditionell am stärksten verhaftet sei, fuhr Franz fort. Er warnte: "Die Kunden würden das bestrafen."
Franz strebt bei den weiteren Verhandlungen mit GM laut Magazin einen Zukunftssicherungsvertrag für die Standorte bis 2010 an. Darin soll auch die Fertigung des nächsten Astra-Modells festgelegt werden, um Bochum abzusichern. "Das wird eine harte Nuss", erklärte er.
Franz kündigte in dem "Spiegel"-Interview die Bereitschaft zu Zugeständnissen bei übertariflichen Leistungen an. Er schlug vor, die Arbeitszeiten weiter zu flexibilisieren und einen Arbeitszeitkorridor zwischen 30 und 40 Stunden einzuführen, dessen Laufzeit mit etwa sechs Jahren an den Lebenszyklus eines Automodells gekoppelt werden solle.
Der Opel-Betriebsratschef forderte die Gewerkschaften auf, in den Tarifverhandlungen sich mehr auf Arbeitsplatzsicherung zu konzentrieren. "Wir brauchen mehr Öffnungsklauseln, mehr Differenzierungen in den Betrieben", sagte er. Der Flächentarifvertrag müsse neu definiert werden, "breitere Begrenzungen setzen und den Betrieben mehr Spielraum lassen".
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