Neue Sanierungspläne: Opel-Betriebsrat fürchtet um 10.000 Jobs
zuletzt aktualisiert: 01.02.2010 - 17:31Rüsselsheim (RPO). Die Sanierung des Autobauers Opel könnte nach Einschätzung des Betriebsrats rund 10.000 Jobs kosten, deutlich mehr als bislang befürchtet. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz berichtete am Montag von Plänen des Managements, wonach weitere 2000 Arbeitsplätze abgebaut werden könnten. Das Unternehmen hatte zuletzt bestätigt, dass europaweit rund 8300 Jobs wegfallen sollen.
Franz kritisierte, obwohl zahlreiche Ingenieure in den kommenden Jahren in Altersteilzeit gingen und viele neue Projekte anstünden, seien keine Ersatzeinstellungen geplant. Dagegen sei der ursprünglich geplante Abbau von 35 Prozent der Managerstellen vom Tisch: "Im Gegenteil: es werden neue Führungskräfte eingestellt." Zudem wolle das Management sich finanziell nicht an der Sanierung des Unternehmens beteiligen, sondern sich Sonder-Boni bewilligen.
Opel-Sprecher Ulrich Weber widersprach dem Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrats mit Blick auf den Personalabbau. Die bislang bekannten Zahlen hätten weiter Gültigkeit. Das Opel-Management hatte am 30. November 2009 einen vertraulichen Sanierungsplan vorgelegt, der der Nachrichtenagentur DAPD vorliegt. Danach sollen europaweit 8313 Jobs wegfallen. Nach Angaben aus informierten Kreisen sollen an den deutschen Opel-Standorten 4723 Stellen abgebaut werden.
Weitere Werke in Gefahr
Nach Angaben aus Arbeitnehmerkreisen hat das Opel-Management verschiedene Alternativszenarien ausgearbeitet, falls der Betriebsrat sich bei der Sanierung nicht kooperativ zeigt und beispielsweise einen Lohnverzicht verweigert. So könnte neben Antwerpen auch das Opel-Werk in Eisenach 2012 geschlossen werden. Darüber hinaus könnte die Produktionskapazität weiterer Opel-Werke reduziert werden. Das Unternehmen fordert von den Beschäftigten einen Verzicht auf 265 Millionen Euro pro Jahr.
Die Fronten zwischen dem Management auf der einen sowie Betriebsrat und IG Metall auf der anderen Seite sind verhärtet. Hauptstreitpunkte sind neben der geplanten Schließung des Opel-Werks Antwerpen auch die vom Betriebsrat geforderte Mitarbeiterbeteiligung. Franz hatte als Gegenleistung für den Lohnverzicht eine Beteiligung der Mitarbeiter in Höhe von zehn Prozent an Opel verlangt. Darauf will sich der Opel-Mutterkonzern General Motors nach übereinstimmenden Angaben beider Seiten aber nicht mehr einlassen.
Im Konflikt um Opel will die IG Metall nun die europäischen Gewerkschaften gegen GM mobilisieren. Wie IG-Metall-Chef Berthold Huber am Montag in Frankfurt am Main ankündigte, wird der Europäische Metallgewerkschaftsbund auf seinen Wunsch hin die Mitgliedsgewerkschaften für den 23. Februar nach Brüssel einladen. Dort soll über gemeinsame Strategien gegen GM beraten werden. Huber sagte, die IG Metall sei nicht bereit, die Sanierungspläne von GM zu unterstützen, wenn die von den Arbeitnehmern geforderten Beiträge dazu missbraucht würden, um die Schließung von Standorten zu finanzieren.
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