kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Rettungskonzept: Opel bleibt mit General Motors verbunden

zuletzt aktualisiert: 27.02.2009 - 19:16

Rüsselsheim (RPO). Opel will sich weitgehenden vom US-Mutterkonzern Generals Motors (GM) trennen, um einen Weg aus der Krise zu finden. Opel solle künftig eine "selbstständige Geschäftseinheit" werden, sagte GM-Europachef Carl-Peter Forster. Jedoch könne Opel nicht vollständig aus dem Konzernverbund gelöst werden, um wirtschaftlich überlebensfähig zu bleiben.

Das am Freitag im Opel-Aufsichtrat vorgestellte Zukunftskonzept sei mit dem US-Mutterkonzern abgestimmt und habe bereits dessen Zustimmung erfahren, sagte Forster. Demnach sollen alle Unternehmensteile von Opel in Europa unter dem Dach der Zentrale in Rüsselsheim zusammengeführt werden.

Opel selbst betreibt Werke in mehreren europäischen Ländern wie Belgien, Großbritannien und Spanien und ist aufs engste mit seiner britischen Schwestermarke Vauxhall verbandelt. Der derzeitige Finanzbedarf von Opel beträgt laut Forster 3,3 Milliarden Euro. Damit solle das Überleben des Traditionsunternehmens gesichert werden.

"Teilverselbstständigte Geschäftseinheit"

Opel müsse jedoch Teil des GM-Konzernverbundes bleiben, um auch in Zukunft günstig Autoteile einkaufen zu können und weiterhin Zugriff auf technische Entwicklungen zu haben, die beim Mutterkonzern liegen, sagte Forster. Deshalb werden Opel künftig innerhalb des Konzernverbundes zwar eine "rechtlich abgegrenzte", wohl aber nur "teilverselbstständigte Geschäftseinheit bilden".

Werksschließungen weiter offen

Ob es im Zuge der Unternehmenssanierungen von Opel zur Schließung oder zum Verkauf ganzer Werke komme, sei nach wie vor offen, sagte Forster. Jedoch müssten "in einer außergewöhnlichen wirtschaftlichen Situation (...) eventuelle Werksschließungen in Betracht gezogen werden". Ziel sei es dennoch, das Unternehmen mit "möglichst geringen Auswirkungen auf die Arbeitsplätze zu restrukturieren". Betriebsbedingte Kündigungen sollen demnach so weit es geht vermieden werden. Opel setze auf Lohn- und Gehaltsverzichte seiner Mitarbeiter und wolle sich über Abfindungszahlungen von Mitarbeitern trennen.

GM hatte vergangene Woche angekündigt, im Zuge seiner Konzernsanierung weltweit 47.000 Stellen abbauen zu wollen - 26.000 davon außerhalb der USA. Auch hatte es der Autobauer nicht ausgeschlossen, das im Zuge des Umbaus einzelne Werke und Standorte in Europa geschlossen oder verkauft werden.

Mehrere Milliarden benötigt

Opel könne "bis 2011 wieder profitabel werden", sagte Forster. Bis 2014 oder 2015 sollten die Schulden an die öffentliche Hand zurückgezahlt sein. Das Unternehmen brauche Bürgschaften von Landesregierungen in Höhe von 3,3 Milliarden Euro. Von der US-Mutter GM fordert Opel ebenfalls Milliardenhilfen, die in Form von Sacheinlagen wie Patente und Technologie kommen sollen. Eine weitere Milliarde solle durch einen Umbau von Opel eingespart werden. Opel-Chef Hans Demant sagte, es müsse noch ein "Abschottungskonzept" entwickelt werden, das es verhindern soll, dass staatliche Hilfen an GM abfließen.

GM-Europachef Forster sagte, durch die weitgehende Loslösung Opels von der Konzernmutter sei die Tür offen für den Einstieg von Investoren bei Opel. Es sei damit zu rechnen, das fremde Geldgeber bei dem Traditionsunternehmen mit "wahrscheinlich über 25 Prozent" einstiegen. Ob eine Beteiligung darüber hinaus möglich sei, müsse mit den Investoren noch diskutiert werden.

Opel-Betriebsratschef Klaus Franz sprach sich für die Umwandlung Opels in eine Aktiengesellschaft aus. Möglich sei eine Aktiengesellschaft "mit europäischem Anstrich", sagte Franz. Nach 80 Jahren könne diese Unternehmensform den Weg für die Trennung von GM bereiten.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) kündigte eine sorgfältige Prüfung des Zukunftskonzeptes an. Das Land werde "alle sinnvollen und machbaren Anstrengungen unternehmen", die Opel aus der Krise führen könnten. Auch Thüringen sagte Medienberichten zufolge Hilfe für Opel beim Ablösungsprozess von GM an.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers hat das Rettungskonzept für Opel ebenfalls begrüßt. "Das ist ein wichtiger Schritt für Opel in Deutschland", sagte der CDU-Politiker. Man werde nun die Pläne auf ihre Konsistenz hin prüfen. Es gebe noch erheblichen Gesprächsbedarf. Erst nach der Prüfung werde man sagen können, ob und mit welchen Mitteln Hilfen möglich seien. "Vom Grundsatz her sind wir bereit zu helfen", sagte Rüttgers.

Bundesregierung will helfen

Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat die grundsätzliche Bereitschaft der Bundesregierung bekräftigt, Opel zu helfen. Steinmeier sagte MDR INFO am Freitag: "Wir müssen tun, was wir können, damit dieses Unternehmen nicht vom Markt verschwindet."

Auf Zahlen wollte er sich allerdings nicht festlegen lassen. "Das kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt niemand seriös beantworten", sagte der Bundesaußenminister. Er äußerte sich jedoch überzeugt davon, dass Opel zusammen mit der Schwestermarke Vauxhall als eigenständiges Unternehmen eine Chance am internationalen Markt habe.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hat das von Opel vorgestellte Rettungskonzept begrüßt. "Letztlich gibt es keine bessere Alternative. Auf dem, was man jetzt vorgestellt hat, kann man aufbauen", sagte der Duisburger Professor dem "Münchner Merkur". Die Spanier hätten schon Interesse an einer europäischen Lösung gezeigt. Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg sollte sie vorantreiben.

Die Sorge, dass Milliarden deutscher Steuergelder in den USA landen könnten, sei unbegründet. Das könne durch Gründung einer eigenen, von General Motors unabhängigen Gesellschaft verhindert werden. Dass Opel die Patente an seinen Produkten nicht besitze, sei auch kein Problem. Bei der Gründung einer neuen Gesellschaft würden die Markenrechte übertragen.

Quelle: AFP

 
 
weitere Artikel
 
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Verdacht auf Korruption bei Daimler

Bestechung in der Zulieferkette

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Der Autobauer Daimler hat möglicherweise einen Bestechungsfall in seiner Zulieferkette aufgedeckt. mehr 

Banken geizen wieder mit Krediten

Wie zu Zeiten der Lehman-Pleite

Banken geizen wieder mit Krediten

Die Krise setzt den Banken kräftig zu: Auf den Finanzmärkten wächst das Misstrauen immer weiter. Rund um den Globus drosseln die Institute i ... mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Bestechung in der Zulieferkette

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Wie zu Zeiten der Lehman-Pleite

Banken geizen wieder mit Krediten

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Mehr als 140 Tote bei Fluzeugabsturz in Nigeria

Bei einem Flugzeugabsturz am Sonntagabend in Nigeria sind vermutlich alle 147 Passagiere ums Leben gekommen. Auch am Boden gab es Opfer. mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten

FDP-General stichelt gegen CSU

Patrick Döring sucht die Konfrontation

Nach den Wahlen in NRW und Schleswig-Holstein strotzt die FDP vor Selbstbewusstsein – und demonstriert das auch deutlich vor dem Koalitionsgipfel. Ganz vorn mit dabei als Sprachrohr der Liberalen: Generalsekretär Patrick Döring. Er hat schon öfter ... Von Dana Schülbe  mehr

 

Dramatischer Appell von Joschka Fischer

"Das europäische Haus steht in Flammen"

Mit einem dramatischen Appell hat der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) die EU-Führungsmächte Deutschland und Frankreich zu einem radikalen Kurswechsel in der Europapolitik ermahnt. Europa stehe am Abgrund und Deutschland trage einen ... mehr

 

23. Jahrestag des Aufstandes

China blockiert Gedenken an Tiananmen

 

Nach der Wahl von Kipping und Riexinger

Linke Angst vor der Bedeutungslosigkeit

 

Der Parteitag der Linken

Lafontaine-Lager setzt sich durch

 

Besuch bei der EM

Merkel entscheidet spontan

 
 

Angebliche Propaganda-Veranstaltung

Nordkorea droht mit Raketenangriff auf Medien

Strom-Rechner

kWh
vergleichen