Experten zweifelt an Sanierung: Opel Eisenach schreibt tiefrote Zahlen
zuletzt aktualisiert: 06.10.2009 - 21:54Berlin (RPO). Das Opel-Werk in Eisenach ist einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust lag im Jahr 2008 bei 569 Millionen Euro. Berater der Bundesregierung haben zudem am Sanierungskonzept für den angeschlagenen Autobauer Zweifel.
Der Verlust der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Adam Opel GmbH lag im Jahr 2008 bei 569 Millionen Euro, wie die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf den Jahresabschlussbericht der Opel Eisenach GmbH berichtet. 2007 hatte das Minus noch 41 Millionen Euro betragen. Das Corsa-Werk schreibt bereits seit Jahren rote Zahlen.
Ein Opel-Sprecher nannte die Verluste des Werkes Eisenach eine "zwangsläufige Folge des Verbundsystems bei Generals Motors". Bei Opel in Eisenach werde der Corsa montiert, das Werk müsse dafür allerdings Teile von anderen Standorten beziehen. Die fertigen Bleche für den Corsa kämen aus dem Opel-Werk in Saragossa. Dafür müsse Opel Eisenach voll bezahlen. "Ohne diese Belastung, die es bei der neuen Adam Opel Gesellschaft nicht geben wird, wäre Opel Eisenach eines der effizientesten Werke der Welt", sagte der Sprecher weiter.
Berater der Bundesregierung haben zudem nach einem Zeitungsbericht am Sanierungskonzept für den Autobauer Opel Zweifel. Das "Handelsblatt" berichtet unter Berufung auf Verhandlungskreise, die für die Bundesregierung arbeitende Beratungsgesellschaft PwC komme zu dem Ergebnis, die Absatzplanung berge ein "außerordentliches Risiko für Planverfehlungen". Das Sanierungskonzept sei "nicht besonders robust"", es umfasse zu wenig Spielraum für Abweichungen nach unten. Allerdings bescheinige PwC Opel auch "grundsätzliche Sanierungsfähigkeit", berichtete das Blatt.
Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums wollte den Bericht nicht kommentieren. Ein positives Fortführungsgutachten der Berater ist Grundvoraussetzung dafür, dass Staatshilfen an Opel fließen können.
Der Verkauf von Opel soll zu Beginn nächster Woche unter Dach und Fach sein. Dann wollen Kreisen zufolge Magna und die russische Sberbank die Kaufverträge für den Rüsselsheimer Autohersteller unterzeichnen. Bislang seien dafür der kommende Montag oder Dienstag vorgesehen, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen am Montag zu Reuters. Voraussetzung für die Vertragsunterzeichnung ist ein Abschluss der Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über deren finanzielle Zugeständnisse im Zuge der Übernahme.
In der vergangenen Woche hatten die Belegschaftsvertreter ihre Unterschrift verweigert, weil nach ihrer Ansicht künftige Mitbestimmungsrechte noch nicht geklärt waren. Magna und die Sberbank sollen 55 Prozent an Opel übernehmen, die Opelaner zehn Prozent der Anteile. 35 Prozent sollen bei der ehemaligen Mutter GM bleiben.
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