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Bund und Länder einig: Opel-Rettungsplan steht

VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 21.11.2008 - 20:37

Düsseldorf (RP). Die Politik hat den Rettungsplan für Opel bereits in der Schublade. Um den Druck auf das Unternehmen aufrechtzuerhalten, bleibt er aber noch geheim. Lange wird das nicht mehr möglich sein.

Düsseldorf Landes- und Bundesregierung haben inzwischen detaillierte Vorstellungen zu einer Rettung von Opel im Falle einer Pleite der amerikanischen Mutter General Motors (GM). "Die werden öffentlich nicht kommentiert, um nicht vor der Zeit den Druck zur Selbsthilfe von den Unternehmen zu nehmen", sagte gestern ein Insider gegenüber unserer Redaktion. Der Konsens, Opel im Falle einer GM-Pleite zu retten, sei aber stabil.

Nachdem der US-Kongress sich auch gestern wieder nicht zu Staatshilfen für die sterbenskranken US-Autobauer Chrysler und GM durchringen konnte, spitzt sich die Lage neben Opel auch für BMW und Volkswagen zu. Hintergrund ist die enge Verflechtung zwischen Zulieferern und Herstellern in der internationalen Automobilindustrie.

Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Invest, verweist auf die großen Autofabriken von Volkswagen und BMW in Nordamerika. Sollten die großen amerikanischen Autobauer kollabieren, würden sie etliche US-Zulieferer mitreißen, gibt Speich zu bedenken. "Die komplette Zulieferkette kann so unter Druck geraten", sagte Speich. Da internationale Zulieferer wie Magna oder die Ex-GM-Tochter Delphi auch in Deutschland zentrale Funktionen haben, gelten die Konsequenzen einer GM- oder Chrysler-Pleite für Deutschland als unkalkulierbar.

Der Gelsenkirchener Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer sieht den Konkurs der amerikanischen Opel-Mutter General Motors "mit Siebenmeilen-Stiefeln auf uns zukommen." Nach amerikanischem Insolvenzrecht kann der Konzern dann zwar unter "Chapter 11" weitermachen. "Er bekommt aber von niemandem mehr Geld." Folge wäre eine dramatische Abwärtsspirale, die nach wenigen Monaten "fast zwangsläufig dazu führt, dass Opel in Deutschland zur Konkursmasse wird." Dann werde Opel bedingungslos an den meistbietenden verramscht. "Vermutlich an Chinesen", meint Dudenhöffer.

Den Plan der deutschen Opel-Händler, Opel in diesem Fall selbst kaufen zu wollen, hält der Experte für unrealistisch. "Gerade die Opel-Häuser kämpfen doch selbst gerade um ihr Überleben. Woher sollen sie das Geld nehmen?" Vielleicht vom Staat. NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben freut sich jedenfalls über Vorschläge wie den der Händler: "Man kann nur alle ermutigen, sich über die Zukunft von Opel Gedanken zu machen", sagte sie gestern unserer Redaktion. Ob sie selbst, wie von den Händlern vorgeschlagen, bei Realisierung des Plans in den Aufsichtsrat ziehen wolle, weiß sie aber nicht. "Für solche Überlegungen ist es noch zu früh."


 
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