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"Perspektive Bochum 2022"
Opel schenkt Stadt Bochum das Werksgelände

"Perspektive Bochum 2022": Opel schenkt Stadt Bochum das Werksgelände
Ex-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) ist eine von neun Experten im Bochum-Beirat. FOTO: DPA
Düsseldorf. Neun Experten sollen für Opel-Ersatz in Bochum sorgen. Zum Team gehören die Ex-Minister Christa Thoben und Harald Schartau. Opel soll der Stadt Bochum anbieten, das Gelände des Werks kostenlos zu überlassen. Von Thomas Reisener

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) stellt am Freitag die Entwicklungsgesellschaft "Perspektive Bochum 2022" vor. Sie soll nach der Schließung des Bochumer Opel-Werkes für Ersatzarbeitsplätze in der Ruhrmetropole sorgen. Nach Informationen unserer Redaktion wird die Entwicklungsgesellschaft über einen Beirat von neun Experten aus Wirtschaft und Politik gesteuert.

Das Team besteht aus Ex-NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU), Ex-NRW-Wirtschaftsminister Harald Schartau (SPD), der Chefin der NRW-Arbeitsagenturen, Christiane Schönefeld, der Bochumer Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz (SPD), NRW-IG-Metall-Chef Knut Giesler, dem Verwaltungsratschef der Unternehmensberatung Boston Consulting, Hans-Paul Bürkner, dem Chef der gleichnamigen Iserlohner Automotive-Gruppe, Arndt Kirchhoff, Opel-Aufsichtsrat Henning Wallentowitz und dem ehemaligen Steag-Chef und Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Alfred Tacke. Operativ soll Enno Fuchs die Geschäfte führen. Fuchs war als "Direktor Elektromobilität" bei Opel zuletzt für die Einführung des Elektromodells "Ampera" verantwortlich.

Das NRW-Wirtschaftsministerium wollte die Namen vor der Pressekonferenz am Freitag nicht bestätigen. Wie es heißt, wird daran auch Opel-Strategievorstand Thomas Sedran teilnehmen. Er wird anbieten, der Entwicklungsgesellschaft die Opel-Grundstücke in Bochum kostenlos zu überlassen. In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, Opel wolle das Bochumer Werksgelände auf eigene Rechnung vermarkten. Je nach Definition geht es dabei um eine Fläche von 1,7 Millionen Quadratmetern, auf der jetzt noch rund 3200 Opelaner unter anderem das Opel-Modell "Zafira" bauen. Laut informierten Kreisen will Opel die Entwicklungsgesellschaft außerdem mit einem zweistelligen Millionenbetrag als Startkapital ausstatten.

Opel wird an der Entwicklungsgesellschaft einen Minderheitsanteil von 49 Prozent halten, 51 Prozent sollen bei der Stadt Bochum liegen. Das Land selbst will sich dem Vernehmen nach selbst nicht an der Gesellschaft beteiligen.

Das Bochumer Opel-Werk wird Ende kommenden Jahres geschlossen. Opel hatte in einem bundesweiten Sanierungsvertrag angeboten, das Werk erst im Jahr 2018 zu schließen und außerdem für knapp 2000 Anschlussarbeitsplätze zu sorgen. Dieses Angebot wurde hinfällig, als die Bochumer Opelaner den Sanierungsplan im März abgelehnt haben. Ihnen bleibt nur die aktuelle Lohnerhöhung für die Metall-Industrie, auf die die Beschäftigten in anderen Opel-Werke verzichten.

(RP/nbe)
 
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