Lohnverzicht und Mehrarbeit: Opel: Zugeständnisse unter einer Bedingung
zuletzt aktualisiert: 04.11.2004 - 16:13Hamburg (rpo). Um möglichst viele Arbeitsplätze in Deutschland zu retten, haben Werkleitung und Betriebsrat von Opel der Konzernmutter General Motors weitgehende Zugeständnisse bei den Lohnkosten und den Arbeitszeiten angeboten. Allerdings ist an das Angebot laut Gesamtbetriebsrats-Chef Klaus Franz an eine Bedingung geknüpft.
Voraussetzung sei, dass die neuen Mittelklassemodelle von Opel und Saab in Rüsselsheim vom Band liefen. Franz wolle wie angekündigt für die Werke Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern auch über den Abbau übertariflicher Leistungen verhandeln.
Derzeit vergleicht ein Expertenteam von GM Europe in Zürich im Auftrag von Produktionschef Tim Lee das deutsche Angebot mit der Offerte der schwedischen GM-Tochter Saab. Um das Werk Rüsselsheim im Standortwettbewerb mit dem schwedischen Werk in Trollhättan zu stärken, könne die Arbeitszeit weiter flexibilisiert werden, sagte die Betriebsratssprecherin. "Wir sind bereit, den derzeitigen Korridor, der Arbeitszeiten zwischen 32 und 38,75 Stunden ermöglicht, auf 30 bis 40 Stunden zu öffnen - bei einer Bezahlung von durchschnittlich 35 Stunden", wurde Franz von der "Bild"-Zeitung zitiert.
Der weltgrößte Autobauer GM kämpft seit Jahren in Europa mit Überkapazitäten und Verlusten und will die neue Generation der Mittelklassemodelle Opel-Vectra und Saab 93 von 2008 an nur noch einem Werk konzentrieren. Die Mitarbeiter in Rüsselsheim und Trollhättan bangen daher um ihre Jobs. In Europa arbeiten für den Konzern rund 63.000 Mitarbeiter an elf Standorten. Mit drastischen Kürzungen will der Konzern nun aus der Verlustuzone steuern. Dabei sollen 12.000 Jobs in Europa wegfallen, 10.000 davon alleine in Deutschland. Zu GM gehört in Europa neben Opel und Saab auch die britische Vauxhall.
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