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Reilly Franz Opel Panorama, ddp 2009-1204
  Foto: ddp, ddp
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Überraschende Annäherung: Opelaner offenbar zu finanziellen Zugeständnissen bereit

zuletzt aktualisiert: 04.12.2009 - 17:54

Rüsselsheim (RPO). Nach heftigen Auseinandersetzungen zwischen Opel und GM scheint nun ein deutlich versöhnlicherer Kurs anzuliegen: Während der von GM entsandte Opel-Sanierer Nick Reilly am Freitag Abstand vom geplanten Stellenabbau im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim nahm, signalisierte Betriebsratschef Klaus Franz Bereitschaft für Lohnzugeständnisse der Mitarbeiter. Am Abend tagten die EU-Wirtschaftsminister. Der Sanierungsplan von GM soll von der EU überprüft werden.

Reilly und Franz hatten auf einer Betriebsversammlung am Opel-Stammsitz vor etwa 9000 Beschäftigten gesprochen und waren danach gemeinsam vor die Presse getreten. Bis vor kurzem hatten sich Reilly und Franz noch einen öffentlichen Kampf geliefert und gemeinsame Auftritte gemieden. Noch vergangene Woche hatte der Franz dem Management eine chaotische Unternehmensführung vorgeworfen und mit rechtlichen Schritten gedroht.

Kriegsbeil begraben?

Nun scheinen beide ihr Kriegsbeil begraben zu haben: Wenn es um die Zukunft von Opel gehe, hänge sehr viel an der Person von Nick Reilly, sagte Franz. "Er verkörpert für mich New GM." Die Sanierung von Opel wollten die Arbeitnehmervertreter nun gemeinsam mit dem GM-Management angehen. "Wir brauchen keine Pro Familia wenn die Tochter wieder zur Mutter zurück soll."

Die Mitarbeiter seien grundsätzlich zu Zugeständnissen an GM bereit. Er wolle in den Verhandlungen dort ansetzen, wo er in den Gesprächen mit dem Opel-Bieter Magna aufgehört hatte. Mit dem Zulieferer hatten sich die Beschäftigten bereits auf Zugeständnisse über 265 Millionen Euro pro Jahr geeinigt. Berichten zufolge soll davon der größte Teil von der deutschen Belegschaft getragen werden. Hier arbeitet etwa die Hälfte der europaweit 50.000 Mitarbeiter.

Auch Reilly blieb seinen Teil der Versöhnungsrede nicht schuldig. Am Ende der Verhandlungen mit den Mitarbeitern sei die geforderte Umwandlung von Opel in eine Aktiengesellschaft möglich, stellte er in Aussicht. Von diesem Schritt erhofft sich der Betriebsrat mehr Unabhängigkeit für Opel. Zudem solle das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim als wichtiger Bestandteil von GM in Europa erhalten bleiben. Nach Angaben von Franz nimmt GM Abstand von dem dort geplanten Abbau von 548 Stellen.

Mitte Dezember kommt der Restrukturierungsplan

Die Annäherung dürfte die Sanierung von Opel erleichtern. Reilly will bis Mitte Dezember einen Restrukturierungsplan für Opel vorlegen. Dabei ist GM auf Zugeständnisse der Mitarbeiter angewiesen, um Opel langfristig profitabel zu machen. Europaweit könnte der Arbeitsplatzabbau auch geringer als die veranschlagten rund 9000 Stellen ausfallen, erklärte Reilly. In dem aktuellen Plan ist Kreisen zufolge ein Abbau von rund 8300 Stellen vorgesehen. Fragen zur Zukunft des Werks in Antwerpen, das dem Plan zufolge geschlossen werden soll, wich Reilly aus.

Zur Sanierung von Opel will GM auch Staatshilfen in Anspruch nehmen. Ob der Konzern dafür wie zuvor erklärt 2,7 Milliarden Euro benötige, sei noch nicht sicher, sagte Reilly. Bislang habe er jedoch positive Signale erhalten, sowohl von der Bundesregierung als auch von anderen europäischen Staaten. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hatte das GM-Konzept am Donnerstag aber noch als unzureichend zurückgewiesen.

Im Anschluss an die Betriebsversammlung reiste Reilly nach Brüssel, um dort bei einem Treffen der EU-Wirtschaftsminister über Opel zu beraten. Auch dort dürften Staatshilfen Thema gewesen sein. Auf der Tagung einigte man sich letztlich darauf, das von General Motors angekündigte Sanierungskonzept von der EU-Kommission überprüfen zu lassen, wie der deutsche Ressortchef Rainer Brüderle mitteilte. Es gehe um eine industriepolitische Analyse, "dass dies Sinn macht, was man präsentiert", sagte Brüderle.

Am kommenden Montag will Betriebsratschef Franz in Detroit direkt mit GM-Verwaltungsrats- und Konzernchef Ed Whitacre über die Sanierung von Opel sprechen. Er habe Whitacre um das Gespräch gebeten. Dieser habe ihn daraufhin nach Detroit eingeladen, sagte er.

Quelle: RTR/AP/felt

 
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