Nach SAP-Angebot: Oracle plant milliardenschwere Übernahme
zuletzt aktualisiert: 12.10.2007 - 17:43New York (RPO). Der deutsche Softwarehersteller SAP und US-Konkurrent Oracle liefern sich einen harten Wettstreit: Nach dem milliardenschweren SAP-Angebot für die französische Business Objects legte Oracle eine Kaufofferte über rund 6,66 Milliarden Dollar (4,69 Milliarden Euro) für das US-Softwareunternehmen BEA Systems vor. Das Angebot liegt bei 17 Dollar je BEA-Aktie.
"Wir glauben, unser Angebot bietet den besten Wert für die BEA-Systems-Aktionäre und die beste Heimat für die BEA-Mitarbeiter und Kunden", erklärte Oracle. Die Offerte entspreche einem Aufschlag auf den Schlusskurs der BEA-Aktie vom Donnerstag von 25 Prozent. In den letzten drei Jahren hatte Oracle unter Führung von Vorstandschef Larry Ellison über 30 Konkurrenzunternehmen geschluckt und dafür insgesamt 25 Milliarden Dollar ausgegeben.
BEA war zunächst nicht für einen Kommentar zu erreichen. Oracle wirbt schon länger um BEA, war aber immer wieder abgeblitzt. Die Situation könnte sich jetzt ändern, da Milliardär Carl Icahn mit 13,2 Prozent bei dem Unternehmen eingestiegen ist und auf einen Verkauf dringt.
Zudem steht BEA auch von anderer Seite unter Druck. Das Unternehmen hatte die Fristen für die Veröffentlichung von Quartalsberichten wegen Problemen bei der Einbeziehung vergangener Aktienoptionsprogramme in die Bilanz nicht einhalten können. Der Kurs der an der Technologiebörse Nasdaq notierten Aktie war daraufhin unter Druck geraten, ein Verbleib an der Börse erschien sogar gefährdet.
BEA bietet Unternehmenssoftware an, und zwar sogenannte Middleware. Darunter versteht man die Integration von Schnittstellen und Komponenten unterschiedlicher Anwendungen, damit sie miteinander kommunizieren können.
Anfang der Woche hatte Europas größtes Softwareunternehmen SAP die Übernahme des französischen Spezialisten für Analysesoftware Business Objects für 4,8 Milliarden Euro angekündigt. Mit der größten Übernahme in der Firmengeschichte änderte SAP seine bisherige Strategie. Bislang setzte der Konzern im Gegensatz zu Oracle vor allem auf kleinere Übernahmen und Wachstum aus eigener Kraft.
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