Geplante Übernahme von BEA Systems: Oracle scheitert mit Milliarden-Angebot
zuletzt aktualisiert: 14.10.2007 - 12:01New York (RPO). Der Wettstreit zwischen dem deutschen Softwarekonzern SAP und dem US-Konkurrenten Oracle geht in die nächste Runde: BEA Systems hat das milliardenschwere Angebot von Oracle abgelehnt. Das Unternehmen sei deutlich mehr wert, erklärte der Vizepräsident. Vor vier Tagen hatte SAP der französischen Business Objects eine Übernahmeofferte gemacht.
Oracle bot BEA Systems rund 6,66 Milliarden Dollar (4,69 Milliarden Euro). Dem BEA-Systems-Vorstand seien 17 Dollar je Aktie angeboten worden. BEA-Vizepräsident William Klein wies das Angebot als zu niedrig zurück.
SAP-Konkurrent Oracle hatte am Freitag weiter erklärt: "Wir glauben, unser Angebot bietet den besten Wert für die BEA-Systems-Aktionäre und die beste Heimat für die BEA-Mitarbeiter und Kunden", erklärte Oracle. Die Offerte entspreche einem Aufschlag auf den Schlusskurs der BEA-Aktie vom Donnerstag von 25 Prozent.
Nach der Absage von BEA Systems sagte Oracle-Präsident Charles Phillips, er habe Klein kontaktiert, um möglicherweise schon bis Montag eine Vereinbarung zu erzielen. BEA habe ein geplantes Treffen jedoch abgesagt. Phillips bekräftigte dennoch das Angebot von 17 Dollar pro Aktie.
In den letzten drei Jahren hatte Oracle unter Führung von Vorstandschef Larry Ellison über 30 Konkurrenzunternehmen geschluckt und dafür insgesamt 25 Milliarden Dollar ausgegeben. Oracle wirbt schon länger um BEA, war aber immer wieder abgeblitzt. Die Situation könnte sich jetzt ändern, da Milliardär Carl Icahn mit 13,2 Prozent bei dem Unternehmen eingestiegen ist und auf einen Verkauf dringt.
Zudem steht BEA auch von anderer Seite unter Druck. Das Unternehmen hatte die Fristen für die Veröffentlichung von Quartalsberichten wegen Problemen bei der Einbeziehung vergangener Aktienoptionsprogramme in die Bilanz nicht einhalten können. Der Kurs der an der Technologiebörse Nasdaq notierten Aktie war daraufhin unter Druck geraten, ein Verbleib an der Börse erschien sogar gefährdet.
BEA bietet Unternehmenssoftware an, und zwar sogenannte Middleware. Darunter versteht man die Integration von Schnittstellen und Komponenten unterschiedlicher Anwendungen, damit sie miteinander kommunizieren können.
Anfang der Woche hatte Europas größtes Softwareunternehmen SAP die Übernahme des französischen Spezialisten für Analysesoftware Business Objects für 4,8 Milliarden Euro angekündigt. Mit der größten Übernahme in der Firmengeschichte änderte SAP seine bisherige Strategie. Bislang setzte der Konzern im Gegensatz zu Oracle vor allem auf kleinere Übernahmen und Wachstum aus eigener Kraft.
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