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Münchner Konzern will Produktoffensive fortsetzen: Panke verspricht neues Rekordjahr für BMW

zuletzt aktualisiert: 13.05.2004 - 13:49

München (rpo). BMW befindet sich auf der Überholspur. Mit der bislang größten Modelloffensive und neuen Rekordzahlen verspricht Helmut Pranke, Chef des bayerischen Autobauers, noch mehr Gas zu geben.

"Wir sehen weiterhin Potenziale für neue Fahrzeugkonzepte und die Eroberung neuer Märkte", betonte der Konzernchef bei der BMW-Hauptversammlung am Donnerstag in München. Panke versprach den Aktionären einen neuen Rekordgewinn: "Wir werden 2004 bei Absatz und Ergebnis neue Spitzenwerte erzielen." Aktionärsvertreter lobten Pankes Kurs.

Der Vorstandschef betonte, BMW sei "alles andere als ein ausgereiztes Unternehmen". Der Konzern mit den Marken BMW, Mini und Rolls Royce sei "in eine neue Größenordnung vorgedrungen und heute in jeder Beziehung stärker als je zuvor", fügte er selbstbewusst hinzu.

"Wir werden mit allen drei Marken neue Spitzenwerte beim Absatz erzielen und auch beim Ergebnis werden wir einen neuen Spitzenwert erreichen." Im laufenden Jahr will die weißblaue Marke mit der 1er Baureihe erstmals in die heiß umkämpfte Kompaktklasse einsteigen.

Der Münchner Konzern beginne bereits die Erfolge von Erneuerung und Erweiterung seiner Produktpalette zu ernten. "Wir sind heute kein kleiner Nischenanbieter mehr, der im Schatten der Branchengrößen operiert", sagte Panke. "Wir sind heute eines der profitabelsten Unternehmen weltweit."

Im ersten Quartal lag der Konzerngewinn mit 523 Millionen Euro um 2,5 Prozent über dem Vorjahreswert, der Umsatz stieg um knapp fünf Prozent auf 10,8 Milliarden Euro. Allein im April lieferte der Konzern 10,4 Prozent mehr Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls Royce aus als im gleichen Monat des Vorjahrs.

Der BMW-Chef dankte ausdrücklich den Mitarbeitern für ihren Anteil am Erfolg: "Es gibt aus meiner Sicht kein Unternehmen, in dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihre Aufgaben mit einer so großen Leidenschaft anpacken und zum Erfolg führen."

Aktionärsvertreter reagierten überwiegend mit Lob und Anerkennung auf die Arbeit des Vorstands: "Klasse Ergebnis 2003, vielversprechende Aussichten für 2004", sagte Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Danke für die gute Arbeit, machen Sie weiter so." Allerdings müsse man sich angesichts des boomenden Autogeschäfts fragen ob das "Standbeinchen" Motorradgeschäft noch zu BMW passe.

Der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), Klaus Schneider, kritisierte jedoch, die Dividende bleibe trotz Anhebung um zwölf Prozent "unter unseren Erwartungen". Zugleich drückte er die Furcht aus, dass die neue 1er Kompaktreihe zu Kannibalisierungseffekten innerhalb der BMW-Modellpalette führen könnte.

Anerkennung für Milberg

Schneider und Bergdolt lobten einhellig die Art und Weise, wie der ehemalige BMW-Chef Joachim Milberg nach der Hauptversammlung an die Spitze des Aufsichtsrats wechseln soll. Die von Milberg praktizierte Übergangsfrist von zwei Jahren als einfaches Aufsichtsratsmitglied nach Ausscheiden von der Vorstandspitze sei ein Vorbild für viele andere Unternehmen, betonte Schneider.

Milberg, der nach dem Rover-Debakel Nachfolger vom jetzigen VW-Chef Bernd Pischetsrieder wurde, lenkte die Geschicke von BMW von 1999 bis 2002. Der 60-Jährige löst nun den bisherigen Aufsichtsratschef Volker Doppelfeld ab, der mit 69 Jahren kurz vor dem Erreichen der bei BMW üblichen Altersgrenze steht.


 
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