PepsiCo engagiert Berater: Paris will Danone-Übernahme mit allen Mitteln verhindern
zuletzt aktualisiert: 20.07.2005 - 11:09Paris (rpo). Die französische Regierung mischt sich gerne in Wirtschaftsfragen ein, besonders wenn es um die drohende Übernahme eines einheimischen Unternehmens durch einen ausländischen Konzern geht. So auch jetzt wieder. Die bürgerliche Regierung will die feindliche Übernahme des Lebensmittelskonzerns Danone durch den US-Konzern PepsiCo um jeden Preis verhindern.
Paris werde "alles tun", um einem derartigen Versuch entgegenzutreten, sagte Arbeitsminister Jean-Louis Borloo am Mittwoch im Radiosender Europe 1 zu Gerüchten über einen bevorstehenden Übernahmeversuch durch den US-Getränkekonzern PepsiCo. Danone sei "ein Prunkstück" der französischen Wirtschaft, sagte Borloo.
Zudem sei der Hersteller von Joghurt und Milchprodukten zentral für das Funktionieren der französischen Agrarwirtschaft. "Das ist ein sehr wichtiges Unternehmen für das Gleichgewicht in unserem Land, was Arbeitsplätze, die Raumordnung, die Gesundheit und die Lebensart angeht."
Borloo wies darauf hin, dass die Spekulationen um PepsiCo aus seiner Sicht weiter Gerüchte seien. Er könne diese nicht bestätigen. Die schon seit letzter Woche kursierenden Spekulationen um Danone hatten am Montagabend neue Nahrung bekommen, nachdem der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses in der Nationalversammlung, Patrick Ollier, gesagt hatte, die Regierung sei "besorgt", dass Danone ins Ausland verkauft werden könne.
Dies war an der Börse als Bestätigung gewertet worden. Die Danone-Aktie hatte einen Riesensprung gemacht und binnen eines Tages mehr als zehn Prozent an Wert gewonnen. Am Mittwoch legte der Anteilsschein weiter zu.
PepsiCo selbst dementierte bisher Spekulationen über ein in Vorbereitung befindliches Übernahmeangebot. Am Dienstag betonte das Unternehmen, es sei falsch, dass es bereits drei Prozent an Danone übernommen habe.
Die "Financial Times" berichtete jedoch am Mittwoch, der Getränkekonzern habe die Banken Morgan Stanley aus den USA und UBS aus der Schweiz als Berater engagiert, um eine Übernahme zu prüfen. Nach dem Bericht, der sich auf mit dem Vorgang vertraute Kreise beruft, müsste das US-Unternehmen für eine Komplettübernahme mehr als 23 Milliarden Euro hinblättern.
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