Landesbank: Paul Lerbinger soll neuer HSH-Chef werden
zuletzt aktualisiert: 15.12.2010 - 08:36Hamburg/München (RPO). Der Investmentbanker Paul Lerbinger soll nach Medieninformationen neuer Vorstandschef der HSH Nordbank werden. Der HSH-Aufsichtsrat Lerbinger soll bei einer Sondersitzung am Mittwoch zum Nachfolger von Dirk Jens Nonnenmacher wählen, der wegen mehrerer Affären gehen muss. Das Kontrollgremium solle außerdem die Details der Trennung von Nonnenmacher festlegen.
Laut "Süddeutsche" wurde Lerbinger von Aufsichtsratschef Hilmar Kopper, dem früheren Vorstandssprecher der Deutschen Bank, ausgewählt. Kopper habe zuletzt zwei externe Kandidaten in der engeren Auswahl gehabt. Die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein hätten der Personalie bereits zugestimmt, schrieb die Zeitung.
Die "Financial Times Deutschland" meldete unter Berufung auf das Umfeld der Bank, dass Lerbinger erst einmal in den Vorstand einziehe und der Wechsel später stattfinde. "Der Vorstandsvorsitzende der Bank wird zu gegebener Zeit vom Aufsichtsrat berufen. Alles andere ist reine Spekulation", sagte ein HSH-Sprecher der Zeitung.
Die HSH Nordbank gehört zu 85,5 Prozent den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein, seit beide vor einigen Monaten das schlingernde Geldhaus mit drei Milliarden Euro Eigenkapital stützen mussten. Die restlichen Anteile liegen bei den Sparkassen Schleswig-Holsteins und dem Finanzinvestor JC Flowers. Beide Landesregierungen hatten auf die Ablösung Nonnenmachers gedrängt. Der 47-Jährige hatte nach mehreren Spitzelaffären das Vertrauen der Eigner verloren.
Lerbinger arbeitete den Berichten zufolge unter anderem bei der Deutschen Bank unter Kopper und war zuletzt Co-Chef für das deutsche Investmentbanking bei der US-Großbank Citigroup. Damit erfülle er die Voraussetzungen, um von der Finanzaufsicht BaFin die Erlaubnis zur Führung der HSH zu erhalten.
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