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Neuer Siemens-Chef: Peter Löscher wirbt um Vertrauen

zuletzt aktualisiert: 01.07.2007 - 11:59

Frankfurt/Main (RPO). Der neue Siemens-Chef Peter Löscher hat zu seinem Amtsantritt um das Vertrauen der Mitarbeiter geworben. "Die Zukunft liegt in unserer Hand", zitierte die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" aus einem Brief an die Belegschaft. "Ich versichere Ihnen, dass ich einen offenen Kommunikationsstil zu Ihnen pflegen werde", versprach Löscher. "Die Mitarbeiter sind entscheidend für den Erfolg des Unternehmens, und Ihnen gebührt besondere Zuwendung und Aufmerksamkeit."

Siemens sei ein großartiges Unternehmen, mit hervorragenden Mitarbeitern, beeindruckenden Produkten und einer einzigartigen Geschichte. Er sei daher zuversichtlich, dass der Konzern "letztlich gestärkt" aus den Korruptionsaffären hervorgehen werde, schrieb der Siemens-Chef weiter. "Wir können mit Siemens noch erfolgreicher werden. Dazu müssen wir alle zusammenarbeiten. Ich werde meinen Teil dazu beitragen und vertraue auch in Ihr Engagement, Ihr Wissen, Ihre Kraft."

Weltbank ermittelt

Löscher war im Mai zum Nachfolger für Klaus Kleinfeld bestimmt worden und trat am Sonntag sein neues Amt an. Indes scheint auch nach Antritt des neuen Chefs keine Ruhe in den Siemens-Konzern zu kommen. Nach den Affären um schwarze Kassen und bezahlte Betriebsräte ermittelt angeblich nun auch die Weltbank in Washington gegen Siemens.

Ein Ermittler sei bereits im Februar nach München gereist, heißt es in einem Bericht des Magazins "Der Spiegel". In einem Gespräch mit Münchner Staatsanwälten, die seit November 2006 mögliche Schmiergeldzahlungen des Konzerns in dreistelliger Millionenhöhe untersuchen, wollte der Fahnder aus Washington wissen, ob bei den bisherigen Ermittlungen auch Projekte der Weltbank eine Rolle spielten. Entsprechende Gespräche habe der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld dem Magazin bestätigt.

Die Washingtoner Ermittler untersuchen laut Magazin unter anderem ein Kraftwerksprojekt in Pakistan, das Ende der 90er Jahre abgeschlossen wurde. Sie gingen dem Verdacht nach, ob die von der Weltbank mitfinanzierte und von Siemens gebaute und später mitbetriebene Anlage überhöht abgerechnet wurde. Es gehe um einen dreistelligen Millionenbetrag.

Laut Siemens habe sich im Jahr 2004 ein ehemaliger Mitarbeiter mit Vorwürfen zu dem Projekt an das Unternehmen gewandt. Die Vorwürfe seien damals geprüft worden, man habe jedoch "keine Hinweise" auf mögliche Verfehlungen gefunden, sage ein Sprecher.

Quelle: afp

 
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