VW-Aufsichtsratschef: Piëch weist Fiat-Interesse an Scania zurück
zuletzt aktualisiert: 14.01.2011 - 09:11Hamburg (RPO). VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hat das Interesse von Fiat an den Volkswagen-Nutzfahrzeugfirmen Scania und MAN zurückgewiesen. "Jemand, der bei Pkw schrumpft, soll nicht den Mut haben, sich die beiden besten Lkw-Marken Europas unter den Nagel zu reißen", sagte er.
"Sie sind nicht verkäuflich", fügte er in der "Financial Times Deutschland" hinzu. Fiat-Aufsichtsratschef John Elkann hatte auf der Automesse in Detroit Interesse an den VW-Beteiligungen an MAN und Scania bekundet. "Sollte Volkswagen sein Lkw-Geschäft verkaufen wollen, wäre Fiat Industrial der potenzielle Käufer", zitierte ihn die italienische Zeitung "La Repubblica" am Dienstag. Auch Fiat-Chef Sergio Marchionne hatte sich dementsprechend geäußert.
Bereits in den Monaten zuvor hatte VW wiederholt Interesse an der italienischen Sportwagenmarke Alfa Romeo, die zum Fiat-Konzern gehört, gezeigt. Die FTD spekuliert, dass Fiat davon genervt war und den Spieß umdrehen wollte. Zudem könnte es sich dem Bericht zufolge auch lediglich um einen Witz gehandelt haben. Schließlich übernehme Fiat derzeit den US-Konzern Chrysler, was genug Kraft koste.
Volkswagen hält 28,7 Prozent des Kapitals von MAN sowie 49,3 Prozent des Kapitals von Scania. MAN wiederum ist mit 13,3 Prozent am Kapital der Schweden beteiligt.
Zum Fiat-Konzern gehört der Lkw-Hersteller Iveco, ein vergleichsweise kleines Unternehmen. Erst kürzlich war bekanntgeworden, dass Fiat und Daimler ergebnislos über eine Fusion ihrer Lkw-Sparten gesprochen haben. Iveco wurde zu Jahresbeginn in die rechtlich eigenständige Holding Fiat Industrial ausgegliedert.
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