Ausstand zunächst für vier Tage: Piloten stimmen für Streik bei Lufthansa
zuletzt aktualisiert: 17.02.2010 - 13:02Frankfurt/Main (RPO). Der Deutschen Lufthansa droht der größte Pilotenstreik seit Jahren. Mehr als 93 Prozent der bei Vereinigung Cockpit (VC) organisierten Piloten stimmten bei einer Urabstimmung für einen unbefristeten Arbeitskampf, wie die Gewerkschaft am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte. Der Streik soll am kommenden Montag beginnen und zunächst vier Tage dauern. Lufthansa bezeichnete den Streik in einer ersten Reaktion als "unverhältnismäßig".
Für die Entscheidung zum Arbeitskampf war die Mehrheit von mindestens 70 Prozent der rund 4500 von der Gewerkschaft vertretenen Piloten notwendig. Cockpit hatte die Urabstimmung Mitte Januar eingeleitet. Der Streik betrifft die Lufthansa-Passagierflüge, das Frachtgeschäft und die Billigflieger-Tochter Germanwings.
Die im Mai 2009 begonnenen Tarifverhandlungen waren im Dezember für gescheitert erklärt worden. Dabei ging es nach VC-Angaben nicht in erster Linie um die Vergütung, sondern um die Sicherung von Arbeitsplätzen. Hier habe Lufthansa sich allerdings nicht auf verbindliche Zusagen eingelassen.
Die Arbeitsniederlegung könnte für die größte deutsche Fluggesellschaft kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt kommen. Wie alle Fluggesellschaften weltweit hatte auch die Lufthansa schwer unter dem Abschwung der Branche gelitten und Rückgänge bei Passagierzahlen und Frachtvolumen verzeichnet.
Das Unternehmen hatte zuvor erklärt, schon die Aussicht auf einen Streik werde zu einem Verlust an Buchungen führen, da einige Passagiere sicherheitshalber zur Konkurrenz wechseln. Demzufolge könne die Arbeitsniederlegung auch das Sparziel des Konzerns gefährden. Die Deutsche Lufthansa will bis Ende 2011 rund eine Milliarde Euro an Kosten einsparen.
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