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Piloten-Streik
Lufthansa streicht für Mittwoch 876 Flüge

Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende
Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende FOTO: dapd, Mario Vedder
Frankfurt/Main. Die Lufthansa streicht wegen des angekündigten Pilotenstreiks am Mittwoch 876 Flüge. Eigentlich waren für den Tag 3000 Abflüge geplant. Die Gewerkschaft Cockpit hat angekündigt, Kurz- und Langstrecken zu bestreiken.

Die Lufthansa-Piloten wollen am Mittwoch den gesamten Flugverkehr ihrer Airline bestreiken. Betroffen seien alle Flüge aus Deutschland. Ein Alternativ-Flugplan ist laut Fluglinie in Arbeit. "2124 von rund 3000 geplanten Flügen der Lufthansa Group finden statt", teilte die Lufthansa am Dienstag mit. Insgesamt seien rund 100.000 Passagiere betroffen, teilte das Unternehmen mit. Gestrichen werden demnach 51 Langstreckenflüge, die übrigen Verbindungen sind Kurzstreckenflüge. Von und nach Düsseldorf sollen 30 Flüge ausfallen, wie der Flughafen mitteilt. 

Die Fluggesellschaft veröffentlichte auf ihrer Internetseite lh.com einen Sonderflugplan. Kunden können sich auch unter der kostenlosen Nummer 0800/8506070 über den Status ihres gebuchten Flugs informieren. Betroffene würden so weit wie möglich auf andere Airlines oder andere Verkehrsmittel umgebucht, erklärte Lufthansa. Das Unternehmen setze "alles daran", die Auswirkungen des Streiks für die Fluggäste "so gering wie möglich zu halten".

Es handelt sich um den 14. Streik in der laufenden Tarifauseinandersetzung. Die Fronten sind nach den Arbeitsniederlegungen und unzähligen Gesprächsrunden vollkommen verhärtet. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. Die Piloten verlangen Tariferhöhungen von 22 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Lufthansa kritisierte die Vereinigung Cockpit deutlich. Obwohl das Unternehmen mehrfache eine Schlichtung angeboten habe, werde nun zum Streik aufgerufen. Die Gewerkschaft werde "ihrer Verantwortung als Tarifpartner nicht gerecht".

Die Vereinigung Cockpit hatte vor einer Woche die jüngsten Tarifverhandlungen über die Vergütung der Piloten für gescheitert erklärt und Streiks im Passagier- und Frachtverkehr angekündigt. Am Montagabend rief die Gewerkschaft dann zu Streiks am Mittwoch zwischen 00.01 Uhr bis 23.59 Uhr auf.

Am Dienstag hatte in Düsseldorf und Hamburg bereits Kabinenpersonal der Lufthansa-Billigtochter Eurowings gestreikt. Die Gewerkschaft Ufo fordert eine Lohnangleichung für das Kabinenpersonal.

 

 

(rent/dpa)
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