kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Mindestens 1000 Mitarbeiter müssen gehen: Pin bestätigt Massenentlassungen wegen Mindestlohns

zuletzt aktualisiert: 04.12.2007 - 16:08

Berlin (RPO). Der private Briefdienstleister PIN sieht sich gezwungen über 1000 Mitarbeiter zu entlassen. Wie unsere Redaktion vorab berichtete ist die Einführung des Mindestlohns für Briefzusteller Ursache für die Entscheidung des Unternehmens.

Der Stellenabbau solle zunächst vor allem in Bayern und Niedersachsen erfolgen, kündigte der zum Axel-Springer-Konzern gehörende Dienstleister am Dienstag in Luxemburg an. Darüber hinaus sei eine Vielzahl weiterer Arbeitsplätze in dem Unternehmen gefährdet. Die SPD, die Linke und die Gewerkschaft Verdi reagierten mit scharfer Kritik. Pin sei in der Lage, seinen Leuten "mehr als Hungerlöhne" zu zahlen, sagte Verdi-Sprecherin Cornelia Hass.

Die Pin Group will schon in den nächsten Tagen die Massenentlassungen bei den Arbeitsagenturen beantragen. Ferner prüfe das Unternehmen derzeit gemeinsam mit einem großen deutschen Beratungsunternehmen das "Geschäftsmodell und künftige Strategie im Hinblick auf den Fortbestand des Unternehmens". Der Konzernchef der Axel Springer AG, Mathias Döpfner, hatte bereits am Montag in einem Zeitungsinterview eine Schließung der Post-Tochter nicht ausgeschlossen.

Springer hatte erst im Sommer die Mehrheit an PIN übernommen und dafür 510 Millionen Euro gezahlt. Medienberichten zufolge summieren sich die Verluste in diesem Jahr auf 55 Millionen Euro. Wegen des Mindestlohns hatte auch der Logistiker Hermes am Montag seinen Einstieg ins Briefgeschäft abgeblasen.

Mit dem "überhöhten Mindestlohn" hätten die Regierungsparteien bewusst in Kauf genommen, "dass Investments in Milliardenhöhe am Standort Deutschland zunichte gemacht werden und zigtausende von Arbeitsplätzen bei den privaten Briefdienstleistern verloren gehen", kritisierte der Chef der Pin Group, Günter Thiel.

Besonders bedauerlich sei, dass dies vor allem Geringqualifizierte und frühere Langzeitarbeitlose treffe. Sie würden nun zu Lasten der Staatskassen wieder in die Arbeitslosigkeit und eine ungewisse Zukunft geschickt. "Und das aus unserer Sicht nur, damit die Deutsche Post, als einer der größten deutschen Konzerne mit staatlicher Beteiligung, auch künftig wettbewerbslos bleibt."

Verdi-Sprecherin Hass hob dagegen hervor, dass durch die zum 1. Januar geplante Liberalisierung des deutschen Briefmarkts ein "Fünf-Milliarden-Euro-Markt" entstehe. Das sei genug Geld, um den Leuten "mehr als Hungerlöhne zu zahlen". Die Pin Group zahle ihren Mitarbeitern etwa fünf Euro die Stunde. Manche Mitarbeiter seien sogar noch auf Hartz IV angewiesen. Auch die stellvertretende SPD-Chefin Andrea Nahles nannte die Abbau-Pläne bei Pin unverständlich. Ab dem 1. Januar verbessere sich die Wettbewerbssituation für die Konkurrenten der Post deutlich, sagte sie dem Berliner "Tagesspiegel" (Mittwochsausgabe). Wenn sie diesen Wettbewerb nur "mit Dumpinglöhnen" bestehen könnten, die der Staat aufstocken müsse, "dann stimmt mit etwas mit ihrer Kalkulation nicht".

Der Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, sprach von einem "brutalen Erpressungsversuch gegenüber der Politik und Manchesterkapitalismus pur". Springer hoffe damit, die Entscheidung zum Mindestlohn doch noch verhindern zu können. Dagegen sieht sich der Wirtschaftsflügel der CDU durch die Ankündigungen der Springer-Tochter in seiner Kritik am Mindestlohn bestätigt. "Jetzt drohen die Konsequenzen, vor denen wir immer gewarnt haben", sagte der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, dem "Tagesspiegel".

Die große Koalition hatte sich vor wenigen Tagen auf einen Mindestlohn für die Postbranche geeinigt, der zwischen acht Euro und 9,80 Euro liegen soll. Diesen Lohn hatte die Deutsche Post mit Verdi vereinbart.

Quelle: afp

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Eon will sich von Millionen Kunden trennen

Deutschlands größter Versorger

Eon will sich von Millionen Kunden trennen

Deutschlands größter Energieversorger Eon will sich von Millionen Kunden trennen. mehr 

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Bestechung in der Zulieferkette

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Der Autobauer Daimler hat möglicherweise einen Bestechungsfall in seiner Zulieferkette aufgedeckt. mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Deutschlands größter Versorger

Eon will sich von Millionen Kunden trennen

Bestechung in der Zulieferkette

Verdacht auf Korruption bei Daimler

Wie zu Zeiten der Lehman-Pleite

Banken geizen wieder mit Krediten

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Mehr als 140 Tote bei Fluzeugabsturz in Nigeria

Bei einem Flugzeugabsturz am Sonntagabend in Nigeria sind vermutlich alle 147 Passagiere ums Leben gekommen. Auch am Boden gab es Opfer. mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Doering wird neuer FDP-Generalsekretaer

FDP-General stichelt gegen CSU

Patrick Döring sucht die Konfrontation

Nach den Wahlen in NRW und Schleswig-Holstein strotzt die FDP vor Selbstbewusstsein – und demonstriert das auch deutlich vor dem Koalitionsgipfel. Ganz vorn mit dabei als Sprachrohr der Liberalen: Generalsekretär Patrick Döring. Er hat schon öfter ... Von Dana Schülbe  mehr

 
Joschka-Fischer-eine-Karriere-in-Bildern_1_16693.jpg

Dramatischer Appell von Joschka Fischer

"Das europäische Haus steht in Flammen"

Mit einem dramatischen Appell hat der frühere Außenminister Joschka Fischer (Grüne) die EU-Führungsmächte Deutschland und Frankreich zu einem radikalen Kurswechsel in der Europapolitik ermahnt. Europa stehe am Abgrund und Deutschland trage einen ... mehr

 

23. Jahrestag des Aufstandes

China blockiert Gedenken an Tiananmen

 

Nach der Wahl von Kipping und Riexinger

Linke Angst vor der Bedeutungslosigkeit

 

Der Parteitag der Linken

Lafontaine-Lager setzt sich durch

 

Besuch bei der EM

Merkel entscheidet spontan

 
 

Angebliche Propaganda-Veranstaltung

Nordkorea droht mit Raketenangriff auf Medien

Strom-Rechner

kWh
vergleichen