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Gewinn soll deutlich zulegen: Porsche stellt höhere VW-Beteiligung in Aussicht

zuletzt aktualisiert: 25.01.2008 - 15:21

Stuttgart (RPO). Der Sportwagenhersteller Porsche strotzt weiter vor Kraft. Neben einem beträchtlichen Gewinnzuwachs stellte Vorstandschef Wendelin Wiedeking auch eine Erhöhung der Beteiligung an VW in Aussicht. Die Teilnehmer der Hauptversammlung applaudierten begeistert.  

Der Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende Januar werde voraussichtlich um 14,2 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro steigen, beim Ergebnis liege man ebenfalls auf Kurs, sagte Wiedeking am Freitag auf der HV in Stuttgart. Wenn nichts Unvorhersehbares passiere, werde man für das gesamte Geschäftsjahr "wieder ein Ergebnis erzielen, bei dem wir die Freudentränen nur schwerlich unterdrücken können". Jederzeit sei es zudem möglich, die Beteiligung an Volkswagen von derzeit 31 Prozent aufzustocken.

Wiedeking stellte zur Beteiligung an VW klar: "Niemand wird uns mehr daran hindern, die nächsten Schritte zu gehen, sofern wir es wollen - auch nicht der Konzernbetriebsrat von Volkswagen." Porsche verfügt über weitere Optionen, um die Beteiligung erheblich aufstocken zu können.

Möglichst rasch beilegen will Porsche dabei den Streit mit den Arbeitnehmervertretern von Volkswagen um die künftige Mitbestimmung in der neuen Porsche-Holding. "Wir stellen weder soziale Errungenschaften wie die paritätische Mitbestimmung noch die Tarifautonomie in Frage", betonte Wiedeking. Nach dem Willen der Porsche-Führung sollen die 324 000 VW-Beschäftigten im Aufsichtsrat der Holding gleichviele Stimmen wie die 11 500 Porsche-Mitarbeiter bekommen. Dies empfindet VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh als ungerecht.

Wiedeking kritisierte zudem den Entwurf der Bundesregierung zum neuen VW-Gesetz. Dieser verstoße "eindeutig" gegen das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Die Regierung müsse sich fragen lassen, was Volkswagen unter allen Unternehmen in Deutschland so besonders mache, dass "der Staat seine schützende Hand von diesem Unternehmen nicht lassen kann."

Die Bundesregierung plant, das vom EuGH im Herbst vergangenen Jahres gekippte VW-Gesetz soweit wie möglich zu erhalten. Dem Entwurf zufolge bedürfen wichtige Entscheidungen auf der Hauptversammlung der Zustimmung von 80 Prozent. Dagegen fordert das Aktiengesetz lediglich die Zustimmung von 75 Prozent. Zudem müssen zwei Drittel des Aufsichtsrates dem Bau oder der Schließung neuer Werke zustimmen. Damit würde das Land Niedersachsen, das mit einem Anteil von 20,1 Prozent zweitgrößter Aktionär ist, weiterhin eine Sperrminorität halten. Zudem könnten keine VW-Werke ohne die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter geschlossen werden.

Für das erste Geschäftshalbjahr rechnet Porsche von August 2007 bis Ende Januar mit einem Plus beim Fahrzeugabsatz von 18,7 Prozent auf rund 46 600 Fahrzeuge. Maßgeblich dafür verantwortlich sei die Cayenne-Baureihe, die beim Absatz im ersten Halbjahr voraussichtlich eine Verdoppelung auf rund 20 340 Fahrzeuge ausweisen werde.

Quelle: afp

 
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