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4,73 Millionen für Zumwinkel: Post-Chef verdient an Aktienverkäufen

zuletzt aktualisiert: 05.12.2007 - 11:55

Hamburg (RPO). Der Chef der Deutschen Post AG, Klaus Zumwinkel, hat durch Verkäufe von Aktien seines eigenen Unternehmens rund 4,73 Millionen Euro verdient. Das hat ihm Kritik eingebracht, da gerade der Post-Mindestlohn heiß diskutiert wird.

Die Deutsche Post hat den Aktienverkauf ihres Vorstandschefs Klaus Zumwinkel verteidigt. Zumwinkel habe sich nicht von der Mindestlohn-Entscheidung der großen Koalition leiten lassen, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch "Spiegel Online". Er fügte hinzu: "In solcher Position hat man es nicht nötig, über ein Kursplus von 50 Cent groß nachzudenken."

Entscheidender sei gewesen, dass es gerade ein juristisches Zeitfenster gegeben habe, in dem der Post-Chef überhaupt verkaufen durfte. "Der Zeitpunkt des Verkaufs hat rein technische Gründe", sagte der Post-Sprecher der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins.

Zumwinkel hatte am Montag 200 640 Aktien-Optionen im Wert von 4,7 Millionen Mark eingelöst, wie die Deutsche Post am Dienstag mitgeteilt hatte. In den Tagen davor war der Kurs der Postaktie infolge der Einigung auf den Post-Mindestlohn um knapp fünf Prozent gestiegen.

In der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) griffen Politiker von FDP und Grünen Zumwinkel heftig an. "Dieses Monopoly-Spiel passt nicht zu unserer sozialen Marktwirtschaft. Schwarz-Rot hat Herrn Zumwinkel durch den Post-Mindestlohn ein großes Weihnachtsgeschenk beschert", sagte der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Rainer Brüderle.

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Christine Scheel, sagte: "Es ist moralisch verwerflich, wenn der Post-Chef die Mindestlohn-Entscheidung in dieser Art und Weise in privaten Gewinn ummünzt. Anscheinend bekommt Herr Zumwinkel den Hals nicht voll."

Der Post-Sprecher sagte dazu: "Dass sich gerade 'Bild' mit dem Thema befasst, wundert mich gar nicht." Die Zeitung erscheint im Axel Springer Verlag, dem Mutterkonzern des Briefzustellers PIN, der am Dienstag wegen des Mindestlohnes die Entlassung von mehr 1000 Mitarbeitern angekündigt hatte.

Quelle: afp

 
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