Talfahrt geht rasant weiter: Post erwartet weiter Rückgang bei Briefen
zuletzt aktualisiert: 01.09.2009 - 10:29Frankfurt/Main (RPO). Die Deutsche Post sieht keine Anzeichen dafür, dass sich der Rückgang des Briefaufkommens wieder auf dem bereits niedrigeren Niveau aus Vorkrisenzeiten stabilisiert.
"Anders als die Sozialpartner befürchte ich, dass sich die Volumina nach der Krise nicht erholen werden", sagte der Post-Vorstandsvorsitzende Frank Appel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Die Post fordert längere Arbeitszeiten und die Aussetzung bereits beschlossener Lohnerhöhungen, wie die Zeitung berichtet. Auf die Frage, ob der Tarifabschluss zu großzügig war, sagte Appel: "Natürlich war seinerzeit die wirtschaftliche Krise nicht absehbar. Wir haben aber auch unterschätzt, wie schnell der Brief durch Online ersetzt wird."
Im Briefgeschäft verzeichnete der Bonner Konzern in den ersten sechs Monaten rund 30 Prozent Ergebnisrückgang. Der Rückgang habe sich dramatisch beschleunigt. "Deshalb müssen wir uns jetzt, während wir noch profitabel sind, fragen, welche Lösungen es gibt. Jetzt haben wir noch genügend Zeit, um die Anpassungen sozialverträglich hinzubekommen."
Falls die Verhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di scheitern, gebe es verschiedene Fallszenarien, heißt es weiter. "Mein höchstes Ziel ist, dass die Mitarbeiter, die heute bei uns arbeiten, einen sicheren Arbeitsplatz behalten. Wenn das auf Dauer nicht möglich ist, (...) muss ich überlegen, bestimmte Dienstleistungen auszulagern", sagte Appel.
Auf die Frage, ob es eine Neuauflage der Zustellbeschränkungen geben werde, sagte Appel: "Wenn wir montags nur noch geringe Mengen haben, müssen wir darauf reagieren, ohne Kompromisse bei der Qualität zu machen." Die Post könne nicht einfach abwarten, bis kein Geld mehr verdient werde.
"Deshalb testen wir solche Modelle, und wenn sie funktionieren, werden wir prüfen, ob sie auch zu anderen Zeiten eingesetzt oder wiederholt werden."
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