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Vor Übernahme durch die Deutsche Bank: Postbank streicht 2000 Arbeitsplätze

zuletzt aktualisiert: 25.11.2009 - 17:40

Bonn (RPO). Die Postbank will in den nächsten drei Jahren rund 2000 Arbeitsplätze abbauen. Mit einem Sparprogramm rüstet sich Deutschland größte Privatkundenbank für die Zeit nach der Finanzkrise - und für die spätestens im Jahr 2012 anstehende Übernahme durch die Deutsche Bank. Bis dahin soll fast jede zehnte der rund 21.000 Stellen wegfallen.

Die meisten davon in der Verwaltung, was die Kosten um 145 Millionen Euro im Jahr drücke, teilte die Deutsche Postbank am Mittwoch mit. Nur damit lasse sich die angepeilte Eigenkapitalrendite von 13 Prozent nach Steuern "auch in einem veränderten Wettbewerbsumfeld" nach der Krise erreichen. Bisher hatte die Postbank eine Spanne von 13 bis 15 Prozent genannt.

Zugleich will die Postbank die Eigenkapitalbasis aufbessern. Die Kernkapitalquote, die zuletzt bei acht Prozent lag, soll bis Ende 2012 auf zehn Prozent gesteigert werden. Alle Banken machen sich auf schärfere Vorschriften für die Mindestausstattung mit Eigenkapital gefasst.

Die Aktionäre der Postbank - allen voran die Deutsche Post und die Deutsche Bank - müssen dafür in diesem und in den folgenden drei Jahren auf eine Dividende verzichten. Die künftigen Gewinne sollen stattdessen "voll zur Stärkung der Eigenkapitalbasis genutzt werden", wie der Vorstand erklärte. Noch schreibt die Postbank allerdings rote Zahlen.

"Zurück zu den Wurzeln"

Operativ bleibt Vorstandschef Stefan Jütte bei dem Ziel, die Postbank auf ihr Kerngeschäft zurückzuführen. Das Institut solle als "Privatkundenbank für das Wesentliche" ausgerichtet werden, sagte er. Die Vielfalt der Produkte soll dazu um ein Viertel reduziert und "verständlicher gestaltet" werden. "Damit kehrt sie zurück zu ihren Wurzeln", sagte der Vorstandschef.

Zugleich soll die Bilanzsumme der Postbank reduziert werden. Vor allem die Bestände an Kapitalmarktpapieren von 79 Milliarden Euro, die ihr in der Finanzkrise Verluste beschert hatten, sollen abgebaut werden. Diese seien zum Teil nicht mehr notwendig. Das Verhältnis des vorhandenen Kapitals zur adjustierten Bilanzsumme (Leverage Ratio) soll damit auf weniger als 30 von 40 sinken. Dazu wolle die Bank im kommenden Jahr auch ihr Risikomanagement verfeinern.

Mit den neuen Zielen macht sich die Postbank hübsch für die Übernahme durch die Deutsche Bank, die derzeit knapp 30 Prozent an ihr hält und durch Optionen und eine Umtauschanleihe bis 2012 auf die Mehrheit kommen kann. In Finanzkreisen hieß es, je attraktiver die Postbank gemessen am Kapital und am Ertrag sei, desto näher rücke die Komplettübernahme. "Das dauert aber noch", sagte ein Insider.

28 Millionen Euro zurückgestellt

Die Deutsche Bank kommt derzeit auf eine Kernkapitalquote von 11,7 Prozent und verfolgt das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent - vor Steuern. Bei der Übernahme der Postbank müsste sie derzeit eine Verwässerung fürchten. Sie wollte sich am Mittwoch zur Strategie der Postbank nicht äußern.

Beim Stellenabbau setzt die Postbank auf natürliche Fluktuation. Im Jahr verlassen in der Regel 500 Mitarbeiter die Bank freiwillig. Für die Stellenstreichungen stellt die Postbank im laufenden Quartal zunächst 28 Millionen Euro zurück. Weitere Abschreibungen stünden noch nicht fest, sagte ein Sprecher.

Quelle: RTR/csr

 
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