Berichte über neues Verkaufsangebot: Postbank zum gesenkten Preis?
zuletzt aktualisiert: 06.09.2008 - 17:13Berlin (RPO). Neuer Schwung ist offenbar in die Verhandlungen über den Verkauf der Postbank gekommen. Laut Medienberichten ist die Deutsche Post bereit, ihre Preisvorstellungen auf einen einstelligen Milliardenbetrag zu reduzieren. Auch die Deutsche Bank soll mit dem Angebot liebäugeln.
Über die neuen Preisvorstellungen der Deutschen Post berichtet die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Kreise des Bundesfinanzministeriums. Demnach wäre die Post bereit, ihre Bank für den aktuellen Börsenwert plus einem Zuschlag von etwa 30 Prozent und damit für einen Preis zwischen 8,5 und 9,5 Milliarden Euro zu verkaufen. Bislang war ein Kaufpreis von zehn Milliarden Euro kolportiert worden.
Zu den Interessenten zählen laut ""Wirtschaftswoche" mehrere internationale Banken und weiter auch die Deutsche Bank. Eine Entscheidung, ob es zum Verkauf komme, sei jedoch noch nicht gefallen. Sie könnte auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 12. September erfolgen, schreibt das Magazin.
Das "Handelsblatt" berichtete unter Berufung auf Finanzkreise, dass die Deutsche Bank prüfe, mit einem Minderheitsanteil von unter 30 Prozent bei der Postbank einzusteigen. Es habe Gespräche zwischen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post, Frank Appel, gegeben. Entschieden sei indes noch nichts.
Finanzpolitiker aus Koalition und Opposition forderten die Post derweil auf, den Verkauf der Postbank gegebenenfalls zu verschieben. "Wenn ich Post-Chef wäre, würde ich noch ein paar Jahre abwarten, bis die Bank an der Börse wieder mehr wert ist", sagte der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU, Otto Bernhardt, dem "Tagesspiegel am Sonntag". Anders als bei der Dresdner Bank gebe es bei der Postbank keine Notwendigkeit zum Verkauf und "überhaupt keinen Zeitdruck".
Auch der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Gerhard Schick, plädierte demnach dafür, auf den Verkauf zu verzichten, falls sich momentan kein angemessener Preis erzielen lasse. "Es darf keinen Verkauf zu jedem Preis geben", sagte Schick.
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