Einsparungen sollen helfen: Postchef Appel will Arbeitsplätze sichern
zuletzt aktualisiert: 27.09.2009 - 15:02Berlin/Bonn (RPO). Um einen drohenden Stellenabbau zu vermeiden, will Postchef Frank Appel im Briefgeschäft des Bonner Konzerns Einsparungen durchsetzen. Trotz der rückläufigen Briefmenge habe die Sicherung der Arbeitsplätze oberste Priorität gleichauf mit einer angemessenen Bezahlung, sagte der Vorstandsvorsitzende.
Appel sagte der "Welt am Sonntag": "Beides gibt es aber nicht umsonst. Wenn der Preis dafür zum Beispiel eine um einige Minuten pro Tag verlängerte Arbeitszeit ist, dann verstehen das mittlerweile immer mehr Kolleginnen und Kollegen." Über die geplante Auslagerung bestimmter Leistungen sei noch keine Entscheidung gefallen, sagte Appel.
Appel hält es für unwahrscheinlich, dass es im Briefgeschäft nach der Wirtschaftskrise eine deutliche Erholung geben wird. "Im Gegenteil, es kann auch schlimmer kommen", sagte der Manager. Die Werbepost könne den Rückgang des klassischen Briefversands nicht ausgleichen. Im Paketgeschäft erwartet Appel dagegen ein anhaltendes Wachstum, und mit einem Internet-Brief will er in einem neuen Feld angreifen.
Den Post-Mindestlohn hält der Manager auch weiterhin für notwendig. "Der Punkt ist doch, dass man von seiner Arbeit auch leben können muss. Deshalb haben wir ein Interesse daran, dass dieser Mindestlohn erhalten bleibt", sagte Appel. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fordert den Postchef seit Wochen auf, dass er sich für eine Verlängerung über das Frühjahr 2010 hinaus einsetzen solle.
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