Börsengang: Premiere-Aktie legt schwungvollen Börsenstart hin
zuletzt aktualisiert: 09.03.2005 - 08:48München (rpo). Diesen Moment haben Experten und Aktionäre mit Spannung erwartet: Die Aktie des Bezahlsenders Premiere ist mit einem deutlichen Plus an der Börse gestartet. Nach Handelsauftakt in Frankfurt am Main gab das Papier sein Debüt bei 30,50 Euro. Der Kurs lag damit 8,9 Prozent über dem Ausgabepreis von 28 Euro. Die Emission ist die größte eines Medienunternehmens in Deutschland und insgesamt die größte seit der Postbank, die im vergangenen Juni auf das Parkett ging.
Mit dem Börsengang lasse Premiere "die Vergangenheit endgültig hinter sich und startet kraftvoll in eine neue Phase der Unternehmensentwicklung", erklärte Premiere-Chef Georg Kofler mit Blick auf die Milliardenverluste der vergangenen Jahre und die Pleite des Kirch-Konzerns, zu dem Premiere früher gehörte. Aus der mit dem Börsengang verbundenen Kapitalerhöhung erlöste das Unternehmen demnach 336 Millionen Euro. Sie werden vor allem zum Schuldenabbau eingesetzt. Die Nettofinanzverbindlichkeiten sinken dadurch von 370 Millionen Euro auf unter 100 Millionen Euro. Kofler betonte, Premiere verfüge nun über eine "kerngesunde Finanzstruktur".
Anleger hatten insgesamt Order für 525 Millionen Aktien im Wert von 14,5 Milliarden Euro abgegeben. Dabei zeichneten 713 institutionelle Investoren und 117.000 Privatanleger aus Deutschland und Österreich. Die durchschnittliche Ordergröße bei Privatanlegern betrug 6400 Euro. Wer unter den Privatinvestoren keine bevorzugte Zuteilung hatte, erhält nun 42 Prozent der gezeichneten Aktien; Premiere-Abonennten aus der Zeit vor dem 16. Januar erhalten 75 Prozent der gezeichneten Papiere. Kofler betonte, durch den hohen Anteil von Privatanlegern sei Premiere nun "eine Publikumsgesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes".
Der Streubesitz beträgt nach dem Börsengang 51,3 Prozent. Damit sei eine wichtige Voraussetzung für die Aufnahme der Aktie in den MDAX erfüllt, betonte Premiere. Nach Ländern verteilen sich die Aktien in Streubesitz wie folgt: Deutschand 39 Prozent, Großbritannien 32 Prozent, restliches Europa 15 Prozent und USA 14 Prozent. Größter Einzelaktionär ist der Permira Fonds, der einen Anteil von 23,6 Prozent an dem Unternehmen hält. Es folgen Premiere-Vorstandschef Kofler (13,9 Prozent), die Bayerische Landesbank und die HypoVereinsbank (jeweils 4,3 Prozent).
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