Zerschlagung: ProSiebenSat.1 von Springer-Plänen überrascht
zuletzt aktualisiert: 12.01.2006 - 11:41München (rpo). Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat mit Überraschung auf die Pläne des Springer-Verlags reagiert, die Fernsehsenderfamilie zerschlagen zu wollen. "Die ProSiebenSat.1 Media AG war an den Besprechungen mit dem Kartellamt über einen möglichen Verkauf des Senders ProSieben nicht beteiligt", erklärte das Unternehmen in einer Donnerstagmorgen verbreiteten Pflichtmitteilung.
Auch sei der TV-Konzern weder vorab noch im Nachhinein von Springer über dessen Pläne unterrichtet worden.
"Der ProSiebenSat.1 Media AG liegen über die Ad-hoc-Mitteilung hinaus bisher keine näheren Informationen vor", erklärte das Unternehmen. Der Vorstand der Senderfamilie werde ein mögliches Auflagenangebot prüfen, "wenn weitere Informationen von Axel Springer oder dem Bundeskartellamt vorliegen".
Pro Sieben war seit der Fusion mit Sat.1 stets der renditestärkste Sender der TV-Familie und hielt den Konzern in den schwarzen Zahlen. Erst im vergangenem Jahr konnte Sat.1 nach Jahre langen Verlusten zu den Erträgen des Partnersenders aufschließen.
Die "Süddeutschen Zeitung" berichtete, dass der ProSiebenSat.1-Vorstand eine mögliche Zerschlagung möglicherweise nicht hinnehmen werde: "Eine solche Option kommt nicht in Frage", zitierte das Blatt Branchenkreise. Die Zeitung berichtete weiter, dass Springer mit dem Verkaufsangebot auch möglicherweise drohende Schadensersatzforderungen vom jetzigen Haupteigentümer Haim Saban abwenden wolle, da der Verlag vertraglich zugesichert habe, alles in seiner Macht stehende für eine Genehmigung der Milliarden schweren Fusion zu versuchen.
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