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Quartalszahlen
Paketgeschäft bringt Deutsche Post auf Rekordkurs

Quartalszahlen: Paketgeschäft bringt Deutsche Post auf Rekordkurs
Post-Chef Appel. FOTO: rtr, WR/AA/joh
Bonn. Die Deutsche Post steuert dank ihres florierenden Paket-Geschäfts auf Rekordkurs. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg im dritten Quartal auf 755 Millionen Euro und legte damit stärker zu als von Analysten erwartet.

Das teilte die Post am Dienstag in Bonn mit. Der Konzern habe damit "das operativ stärkste Quartal seiner Geschichte" verzeichnet, sagte Post-Chef Frank Appel: "Wir sind auf gutem Wege, unsere ambitionierten Ziele für 2016 und darüber hinaus zu erreichen." Im wichtigen Weihnachtsgeschäft rechnet der Konzern mit weiteren Höchstmarken.

Der Umsatz ging hingegen im Quartal auf 13,9 (14,4) Milliarden Euro zurück. Grund dafür sei neben Währungseffekten der geänderten Ausweis von Umsätzen in einem großen Kundenvertrag. Bereinigt um diese Effekte hätte der Umsatz um 2,4 Prozent zugelegt.

Die Gewinnerwartungen des Marktes übertraf der Bonner Konzern. Analysten hatten mit einem Ebit von 717 Millionen Euro und einem Umsatz von 14,102 Milliarden Euro gerechnet. Seine Jahresprognose bekräftigte der Appel: Der operative Gewinn soll auf 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro steigen - von 2,41 Milliarden Euro im Vorjahr.

Noch 2015 war der Bonner Konzern im dritten Quartal durch hohe Abschreibungen auf eine fehlgeschlagenen Umbau der Datenverarbeitung in der Frachtsparte nur knapp an einem Verlust vorbeigeschrammt. Diese Effekte fielen weg - der Konzerngewinn schnellte auch deshalb von 49 Millionen Euro auf 618 Millionen Euro in die Höhe. Der deutliche Gewinnanstieg wurde auch durch die Fortschritte bei der Sanierung der Frachtsparte möglich. Der Bereich - in den vergangenen Jahren Sorgenkind des Konzerns - steigerte den operativen Gewinn nach einem Verlust von 337 Millionen Euro vor Jahresfrist auf 63 Millionen Euro.

Die Post kommt damit 2016 weiter in Schwung. Der Konzern profitiert dabei auch von der Porto-Erhöhung in Deutschland. Die Post hatte die Preise zum Jahreswechsel so deutlich angehoben wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Beim Massenprodukt Standardbrief stieg das Porto von 62 auf 70 Cent. Dem Unternehmen spielt zudem der ungebrochene Boom im Online-Handel in die Hände. Die Kunden bestellen bei Internet-Händlern von Amazon bis Zalando, Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. Die Post rechnet nun auch im wichtigen Weihnachtsgeschäft mit einem neuen Rekord. Sie werde in Deutschland vor Weihnachten voraussichtlich mehr als acht Millionen Pakete am Tag ausliefern, hatte Finanzchefin Melanie Kreis jüngst im Reuters-Interview angekündigt. Auch Konkurrent UPS erwartet eine Rekord-Paketflut zu Weihnachten.

 

(felt/REU)
 
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