Antrag auf Kredit: Quelle-Insolvenzverwalter bessert nach
zuletzt aktualisiert: 26.06.2009 - 10:35Berlin (RPO). Der vorläufige Insolvenzverwalter des Arcandor-Konzerns hat den Antrag auf einen Massekredit für das Tochter-Unternehmen Quelle nachgebessert. Das Geld soll den Geschäftsbetrieb des Versandhaus am Laufen halten. Es seien deshalb schriftliche Ergänzungen nachgereicht worden.
Das sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters am Freitag der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires. Nun werde auf die Entscheidungen aus Berlin und Brüssel gewartet. Wenn die Entscheidung zeitnah getroffen werde, könne die Bank Valovis, die die Geschäfte von Quelle finanziert, ihre Tätigkeit bereits Mittwoch kommender Woche wieder aufnehmen, sagte der Sprecher.
Die Bank hatte nach dem Insolvenzantrag von Quelle die Verträge gekündigt und eine Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehungen an Sicherheiten wie eine Bürgschaft der öffentlichen Hand geknüpft. Quelle mit Hauptsitz im fränkischen Fürth benötigt den Massekredit zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs und vor allem für den Druck des neuen Versandkatalogs.
Der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) ist zuversichtlich, dass Quelle den beantragten 50-Millionen-Euro-Kredit schnell erhält. Nachdem die Grundsatzentscheidung gefallen sei, gehe er davon aus, dass diese halte. Er habe kein Verständnis für "diese ständigen Irritationen", sagte Zeil am Freitag im ZDF. Es seien lediglich noch Details zu prüfen und Unterlagen nachzureichen. Dies sei ein üblicher Vorgang, der "aus völlig unverständlichen Gründen hochgezogen wird", sagte Zeil.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) kritisierte das Verhalten der bayerischen Landesregierung. Er sei "gelinde gesagt überrascht über das Vorpreschen aus München mit Nachrichten über angebliche Entscheidungen des Bürgschaftsausschusses, die im Kern so auch nicht zutreffend sind", sagte Steinbrück der "Leipziger Volkszeitung" (Freitagausgabe).
Gesamtbetriebsrat fordert Machtwort von Merkel
Unterdessen forderte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Quelle, Ernst Sindel, ein Machtwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Im Deutschlandradio Kultur sagte Sindel, Quelle gerate zunehmend in die "Mühlen des Wahlkampfs". Die Diskussion um die Zukunft des Unternehmens laufe nicht mehr auf der Sachebene, sondern "mittlerweile auf einer hohen politischen Schiene". Dass Merkel kein Machtwort spreche, tue "sehr weh". "Das werden auch die Mitarbeiter registrieren", sagte Sindel.
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