Arcandor-Insolvenz: Quelle kann wohl bis Jahresende weitermachen
zuletzt aktualisiert: 10.09.2009 - 13:52Frankfurt (RPO). Die weitere Finanzierung des insolventen Versandhauses Quelle scheint bis Jahresende gesichert. Der Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, Thomas Schulz, sagte am Donnerstag, darauf hätten sich die beteiligten Banken "grundsätzlich wirtschaftlich geeinigt".
Eine Brückenfinanzierung über 300 Millionen Euro war am Mittwoch ausgelaufen. Bei dem neuen Vertrag, der am Donnerstag in den Bankgremien beraten werden sollte, geht es um eine weitere Brückenfinanzierung in Höhe von 438 Millionen Euro. Strittig sei zuletzt noch die Risikoverteilung zwischen der Quelle-Hausbank Valovis, der Commerzbank und der BayernLB gewesen, verlautete aus informierten Kreisen.
Valovis-Bank-Sprecherin Monika Lass zeigte sich zuversichtlich, dass noch am (heutigen) Donnerstag eine Einigung erreicht werden könne. "Es sieht sehr gut aus. Ich bin da sehr optimistisch", sagte sie. Alle Beteiligten seien daran interessiert, dass das sogenannte Factoring fortzuführen. Die Gespräche dauerten aber noch an.
Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens für Quelle und den Mutterkonzern Arcandor will Görg 3.700 Mitarbeiter der Versandsparte Primondo entlassen und Primondo an einen Investor verkaufen. Es gebe gut ein halbes Dutzend Interessenten, sagte Sprecher Schulz. Die Transfergesellschaft für die ausscheidenden Mitarbeiter könne der Insolvenzverwalter aber nicht alleine stemmen, dazu brauche es Hilfe von der Bundesagentur für Arbeit und der bayerischen Landesregierung.
Die bayerische Arbeitsministerin Christine Haderthauer und Quelle-Gesamtbetriebsratschef Ernst Sindel wollten am Donnerstag nachmittag (14.00 Uhr) auf einer Pressekonferenz in Nürnberg über die Lage der Beschäftigten informieren.
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