Im Otto-Konzern: Quelle könnte als Marke weiterleben
zuletzt aktualisiert: 06.12.2009 - 14:59Frankfurt/Main (RPO). Auch nach der Abwicklung des Traditionsversandhauses Quelle wird der Markenname im Otto-Konzern offenbar weiterleben. "Ich könnte mir vorstellen, dass Quelle eine ganz normale Marke im Otto-Verbund wird, wie jetzt schon Baur, Bonprix, Heine, Schwab oder Witt", sagte der Unternehmer Michael Otto in einem Interview.
Man werde den Namen Quelle und die Internetadressen nicht brachliegen lassen, sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Otto sicherte sich Anfang November die Rechte an den Markennamen Quelle und der Elektrogerätemarke Privileg aus der Konkursmasse des Handelskonzernes Arcandor. Teil des Unternehmens war auch die Warenhauskette Karstadt, die nach Ansicht der Insolvenzverwaltung gerettet werden kann.
Was genau mit den Quelle-Marken passiert, ist offenbar noch nicht geklärt. Mehrere Projektgruppen arbeiteten derzeit mit Hochdruck daran, Konzepte zu entwickeln, wurde Otto zitiert. Jedes Unternehmen der Otto-Gruppe dürfe die Adressdatei des Ex-Konkurrenten für ein Jahr nutzen. Auf die Bestellhistorie der Kunden habe Otto dabei keinen Zugriff und auch nicht auf die Adressen. Vielmehr würden die geplanten Werbeaktionen von einem unabhängigen Adresshändler durchgeführt. "Nur wer daraufhin etwas bestellt, landet in unserer Adressdatei", versicherte Otto.
Leipziger Lager wird geschlossen
Otto kaufte auch das Russlandgeschäft des Versandhändlers. Bei der Integration steht der Konzern nach Ottos Worten unter enormem Zeitdruck. Noch im Dezember werde das Lager in Leipzig, das bislang die von Otto übernommene Quelle-Tochter in Russland beliefert, endgültig geschlossen. Danach müsse die Belieferung komplett von Otto bewerkstelligt werden. Gleichzeitig müsse eine neue IT-Struktur aufgebaut und ein spezielles Sortiment für die Russland-Kunden zusammengestellt werden. "Das alles ist ein echter Kraftakt", sagte Otto.
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