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Quelle Ausverkauf Panorama, AP 2009-1022
  Foto: AP, AP
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Versandhaus-Insolvenz: Quelle-Spezialversender werden vorerst nicht verkauft

zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 20:14

Fürth (RPO). Der Verkauf der Quelle-Spezialversandhäuser wie "Baby Walz" und "Hess Natur" wird auf die lange Bank geschoben. "Wir sehen es nicht als eilbedürftig an, einen Verwertungsprozess für die Spezialversender einzuleiten. Wir können uns auch vorstellen, das Portfolio über einen kürzeren Zeitraum weiterzuentwickeln", sagte der Vorstandschef des Karstadt-Mitarbeitertrust, Ulrich Mix.

Arcandor hatte die Spezialversender an den hauseigenen Pensionsfonds verpfändet, der dem Konzern im Gegenzug einen Kredit über 500 Millionen Euro gab. Davon sind noch 441 Millionen Euro übrig.

Mix sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es gehe nun zunächst darum, Ruhe in die - selbst nicht insolventen - Spezialversand-Unternehmen zu bringen. Der Mitarbeitertrust sei nicht auf die Verkaufserlöse von Versendern wie "Madeleine" oder "Peter Hahn" angewiesen. "Wir brauchen in den nächsten 24 bis 36 Monaten kein Geld, um die Betriebsrenten zu zahlen", sagte er. Aus dem Pensionsfonds werden die Renten für rund 50.000 frühere Karstadt-Mitarbeiter gespeist.

Mit seiner Haltung durchkreuzt Mix die Pläne von Arcandor- Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg, nach dem Aus für Quelle die Reste der Primondo-Versandhandelsgruppe schnell einzeln loszuschlagen. Auf den Komplettverkauf von Primondo hätte sich Mix eingelassen.

Den Verkauf der Auslandstöchter von Quelle in Österreich und Osteuropa und des Einkaufssenders HSE24 hat Görg selbst in der Hand. Vorrang hat für ihn nun der Verkauf des technischen Kundendienstes "Profectis" mit 1000 Mitarbeitern. Darüber werde in dieser und der kommenden Woche mit einem guten Dutzend Interessenten gesprochen, sagte Quelle-Insolvenzanwalt Jörg Nerlich.

2100 Kündigungen zum 1. November

Gut 2100 Quelle-Mitarbeiter verlieren zum 1. November ihren Arbeitsplatz. Der Ausverkauf bei Quelle Deutschland werde mit 1100 Beschäftigten bei Quelle und 3200 bei Dienstleistern vonstatten gehen, sagte Nerlich. Für 5900 der ehemals 10.500 Primondo-Mitarbeiter soll im November ein Sozialplan verhandelt werden.

Das Interesse an den Spezialversendern ist groß. "Wir haben in den vergangenen zehn Tagen allein in unserem Haus über zehn Anfragen bekommen", berichtete Mix. Der Quelle-Konkurrent Otto hat sich ebenfalls gemeldet. Zum erhofften Erlös wollte sich Mix nicht äußern. "Wir werden versuchen, den bestmöglichen Preis zu erzielen", sagte er. Das sei angesichts der schwachen Konjunktur derzeit schwer möglich.

Valovis soll verkauft werden

Dem Mitarbeitertrust gehören auch die Rechte an der Marke "Karstadt" und die Quelle-Hausbank Valovis. Sie hatte Quelle jahrelang die Forderungen gegenüber Ratenzahlern vorfinanziert, sich aber geweigert, das Geschäft allein fortzusetzen. "Valovis ist an die Grenze des Machbaren gegangen", sagte Mix. Mit dem Aus für Quelle breche Valovis der Großteil dieses Factorings weg. Zweites Standbein der ehemaligen Karstadt Hypothekenbank ist die Immobilienfinanzierung, unter anderem für die Karstadt- Nobelhäuser KaDeWe in Berlin und Oberpollinger in München.

Die Bank will Mix noch länger halten als die Versandfirmen: "Auch hier prüfen wir alle Optionen. Spätestens in fünf bis zehn Jahren wird es zu einem Verkauf kommen."

Quelle: RTR/felt

 
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