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Aldi, Penny und Lidl boomen: Ramsch oder Qualität? - Woher Discountprodukte kommen

VON ANJA WUNSCH - zuletzt aktualisiert: 08.02.2005 - 08:43

Düsseldorf (rpo). „Die Marke. Etwas anderes kommt mir nicht in die Tüte,“ diesen Slogan der Markenartikler-Lobby legen immer mehr Deutsche auf ihre Weise aus: Sie kaufen unter dem Namen „Elite“ Milchreis der Molkerei Alois Müller bei Penny und Nestlé Eis als Grandessa Mini-Stileis bei Aldi. Wir verraten Ihnen, wie sich der Markenartikler hinter den Phantasienamen der Handelsmarken erkennen lässt und wie es um die Qualität der No-Name-Lebensmittel bestellt ist.

Während die Umsätze im Einzelghandel sinken, haben die Discounter immer größeren Zulauf. Grund dafür sind nicht zuletzt die Handelsmarken der Markenartikler. Ob Bauer, Zott oder der Riese Nestlé, viele produzieren mehr als sie unter ihrem Markenamen verkaufen könnten, um günstigere Stückkosten zu haben. Die Überproduktion geht als Handelsmarke in die Supermärkte. Davon profitieren nicht nur die Discounter, sondern auch die Eigenmarken der Warenhäuser wie „Tip“ bei Real oder „gut & günstig“ bei Edeka.

Die Hersteller hüllen sich über diese Strategie in Schweigen, denn wer wäre noch bereit das teurere Markenprodukt zu kaufen, wenn er es unter einem Tarnnamen deutlich günstiger bekommen könnte. So halten sich hartnäckig Gerüchte, Handelsmarken wären aus schlechteren Rohwaren. Doch für die meisten lohnt es sich schlicht nicht, die Rezepturen zu ändern. Die Geheimniskrämerei hat den Kriminalbeamten Volker Schwörer nicht ruhen lassen. Er hat das Enttarnen von Markenartikeln bei Discountern zu seinem Hobby gemacht. Die Ergebnisse seiner Recherchen lassen sich auf www.lebensmittelmarken.de nachlesen.

Wer selber Nachforschen will, welcher Hersteller hinter einem No-Name-Produkt steht, der sollte als erstes den Produktionsort überprüfen. Kommt das tiefgekühlte Fertiggericht beispielsweise aus Rheine, steckt vermutlich Apetito dahinter. Auch bei Milchreis aus Aretsried kommt kaum ein anderer Produzent als Müller in Betracht. Doch nicht immer ist detektivischer Spürsinn nötig, um die Hersteller der No-Name Produkte herauszufinden. So stand bei Fink Bräu von Lidl sogar die Brauerei Karlsberg auf dem Boden der Dose.


 
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