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Reederei
Hapag-Lloyd fusioniert mit arabischem Konkurrenten

Reederei Hapag-Lloyd fusioniert mit arabischem Konkurrenten
Durch die Fusion wird Hapag-Lloyd die fünftgrößte Linienreederei der Welt FOTO: dpa, bra
Hamburg . Nach monatelangen Verhandlungen ist die Fusion zwischen Hapag-Lloyd und der arabischen Reederei UASC unter Dach und Fach. Katar und Saudi-Arabien werden damit zu Ankeraktionären der führenden deutschen Containerreederei.

Unter dem Druck der schweren Schifffahrtskrise ist die Reederei Hapag-Lloyd ihre zweite Fusion mit einem ausländischen Konkurrenten eingegangen. Bis zum Ende des Jahres soll der Zusammenschluss mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) vollzogen sein, teilten die beiden Unternehmen in Hamburg mit. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, nachdem wesentliche Gremien und die Hauptaktionäre zugestimmt hatten.

Das neue Unternehmen wird 237 Schiffe mit einer Transportkapazität von rund 1,6 Millionen Standardcontainern (TEU) betreiben und einen Umsatz von rund zwölf Milliarden US-Dollar erreichen. Damit wäre Hapag-Lloyd die fünftgrößte Linienreederei der Welt. Zur Flotte zählen auch fünf besonders große Containerfrachter mit einer Kapazität von 18.800 TEU, die zu den effizientesten Schiffen weltweit gehören sowie elf Schiffe mit einer Kapazität von 15.000 TEU.

Hapag-Lloyd hatte erst im vergangenen Jahr die Fusion mit dem Containerbereich der chilenischen Reederei CSAV abgeschlossen. "Die Transaktion mit UASC ist ein weiterer Meilenstein in der Geschichte von Hapag-Lloyd", sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. "Dieser strategische Zusammenschluss macht für beide Partner absolut Sinn." Die wachsende globale Präsenz und die junge und hocheffiziente Flotte von UASC kämen zusammen mit der breiten Marktabdeckung und der starken Kundenbasis von Hapag-Lloyd.

Auswirkung auf Schifffahrtsallianz 

Hapag-Lloyd wird auch der größte Partner in der Schifffahrtsallianz "THE Alliance", die ihren Betrieb im April 2017 aufnehmen soll. Weitere Partner sind fünf asiatische Reedereien. In Allianzen koordinieren Reedereien den Einsatz ihrer Schiffe und ihre Fahrpläne, ähnlich wie in der Luftfahrt. Das bisherige System der Allianzen war nach mehreren Fusionen und Übernahmen in der Schifffahrtsbranche auseinandergebrochen.

Seit mehr als acht Jahren kämpfen die Reedereien mit Überkapazitäten und unzureichenden Frachtraten und fahren zum Teil hohe Verluste ein. Auch Hapag-Lloyd kündigte am Montag sinkende Ergebnisse an, nachdem Habben Jansen zuvor noch von steigenden Gewinnen ausgegangen war.

Mit der Fusion ändern sich auch die Besitzverhältnisse an Hapag-Lloyd. Die Investmentgesellschaften des Emirats Katar und Saudi-Arabiens werden mit 14 und zehn Prozent der Aktien neue Kerngesellschafter der Hamburger Reederei. Sie haben sich mit den Aktionären CSAV, der Beteiligungsgesellschaft der Stadt Hamburg und dem Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne darauf verständigt, das Kapital von Hapag-Lloyd um rund 400 Millionen Euro zu erhöhen. Die Aktionäre des Hamburger Unternehmens müssen auf ihrer Hauptversammlung der Kapitalerhöhung noch zustimmen. Auch Genehmigungen verschiedener Kartellbehörden sowie die Kreditzusagen der Banken stehen noch aus.

(crwo/dpa)
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