Bonitätsanfragen: Regierung plant kostenlose Schufa-Auskunft
zuletzt aktualisiert: 03.05.2008 - 18:51Berlin (RPO). Das Bundesinnenministerium will offenbar die Rechte von Verbrauchern bei Kreditauskünften stärken. Jeder Bürger soll laut einem Medienbericht das Recht auf eine Gratis-Auskunft pro Jahr bekommen.
Der Anspruch auf Gratisauskunft sei Teil eines Neuentwurfs des Bundesdatenschutzgesetzes, der auch neue Verbraucherrechte beim umstrittenen Thema Scoring vorsehe, berichtet der "Spiegel". Bislang sind Bonitätsanfragen gebührenpflichtig; eine Auskunft kostet bei der Schufa 7,80 Euro.
Scoring ist ein mathematisches Verfahren, mit dem Banken, Versicherungen oder Telefonanbieter die Wahrscheinlichkeit errechnen, mit der Kunden zahlen können. Auf Basis dieses Verfahrens entscheiden sie, ob und zu welchen Konditionen sie einen Vertrag abschließen. Verbraucher- und Datenschützer kritisieren Scoring bislang als intransparent, fehlerhaft und diskriminierend.
Der Entwurf aus dem Innenministerium sieht laut "Spiegel" vor, dass Kunden künftig nicht nur über ihren Score-Wert unterrichtet werden müssen, sondern auch über die "wesentlichen Datenarten", auf deren Basis er bestimmt wurde. Auch wenn Scoring-Anbieter die besonders umstrittenen Daten über den Wohnort verwenden, müssen sie die Betroffenen künftig darüber unterrichten. Diese Wohnort-Daten führen teils dazu, dass eine vermeintlich "schlechte Adresse" zu höheren Kreditzinsen führt.
Der Scoring-Experte Dieter Korczak wertet es als "Erfolg, dass wesentliche Kritikpunkte berücksichtigt wurden". Korczak hatte Scoring jüngst im Auftrag des Bundesverbands der Verbraucherzentralen untersucht und scharf kritisiert.
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