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Großer Mangel bei Pflegekräfte
Regierung wirbt in neun Ländern

Berlin. Die Bundesregierung wirbt in neun Ländern aktiv vor Ort um Fachkräfte für den Gesundheits- und Pflegebereich. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, plant die Regierung noch in diesem Jahr in Spanien sieben Veranstaltungen im Gesundheitsbereich, um Fachkräfte anzuwerben. Von Eva Quadbeck

Außerdem ist die Regierung dazu in Griechenland, Italien, Portugal, Serbien, Bosnien-Herzegowina, den Philippinen und Tunesien tätig. Zudem gibt es mit der chinesischen Arbeitsverwaltung ein Abkommen über ein Projekt, durch das 150 chinesische Pflegekräfte nach Deutschland vermittelt werden sollen.

Weltweit wirbt Deutschland per Internet mit der Initiative "Make it in Germany" um Fachkräfte, gefragt sind dabei vor allem Ingenieure und Ärzte.

Die Strategie der Bundesregierung, in Ländern wie Tunesien oder den Philippinen Fachkräfte abzuwerben, verschärfe die Unterversorgung dort, sagte Niema Movassat von der Linkspartei. Die Linke sorgt sich zudem, dass die Anwerbung von Fachkräften im Ausland dort einen "Brain-Drain-Effekt" auslöse, dass also intelligente und gut ausgebildete Menschen ihre Heimat verlassen.

Die Bundesregierung verweist hingegen darauf, dass geregelte Migration auch für die Herkunftsländer positive Wirkung haben könne. Sie versichert zudem, dass der Verhaltenskodex der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland eingehalten werde.

Zuzug von Fachkräften aus der Pflegebranche gibt es zudem vor allem aus Osteuropa. Die Zahl der Beschäftigten in der Pflegebranche aus Polen, Tschechien, der Slowakei und Ungarn ist in den vergangenen zwei Jahren von 15 000 auf heute rund 21 000 gestiegen.

(qua)
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