Angeschlagener Autohersteller: Reilly will Opel-Sanierungsplan beschleunigen
zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 13:50Düsseldorf (RPO). Opel-Chef Nick Reilly will den angeschlagenen Autohersteller schneller in die Gewinnzone zurückführen als bislang geplant. Bisher sah der Sanierungsplan vor, dass die Tochter des US-Autoherstellers General Motors (GM) ab 2012 wieder schwarze Zahlen schreibt.
"Aber ich habe natürlich den Ehrgeiz, besser zu sein, als der Plan vorsieht", sagte Reilly dem "Handelsblatt". Dabei werde es für die Mitarbeiter aber "keine neuen negativen Überraschungen" geben. Es bleibe beim geplanten Abbau von 8000 Stellen.
Dabei fühlt sich der Opel-Chef durch den angestrebten Börsengang der Konzernmutter jedoch nicht unter Druck gesetzt. In den vergangenen Monaten sei klar geworden, welch große Bedeutung das Europageschäft habe, sagte er. "Aber natürlich muss man sich an seinen Worten messen lassen", sagte er. GM erwarte, "dass wir Resultate vorlegen".
Weiter räumte er ein, dass es in der Vergangenheit bei Opel am Risiko-Management gefehlt habe. Zudem seien auch andere Fehler gemacht worden - etwa in der CO2-Debatte und bei der Qualität. Bei der Aufarbeitung der Fehler habe es zudem "eine gewisse Opfermentalität" gegeben. "Schuld waren im Zweifelsfall immer die anderen", sagte. Dies habe sich nun allerdings geändert.
Um die Marke Opel in der Käufergunst weiter voran zu bringen und den "Ruf der Marke wieder aufzupolieren", hat sich das Unternehmen Reilly zufolge ein Neun-Punkte-Programm verordnet. Dazu gehörten unter anderem bessere Regierungsbeziehungen.
Ferner sagte der Opel-Chef, dass zukünftig alle wichtigen Modelle in Deutschland entworfen würden. Zugleich verteidigte er die aktuelle Kampagne einer "lebenslangen Garantie" für Neuwagen, die bis zu einem Kilometerstand von 160 000 gelten soll. Die Wettbewerbszentrale hatte zu Wochenbeginn angekündigt, wegen irreführender Werbung gegen das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen zu klagen.
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