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Zukunft: Rekord-Gewinne, aber kaum Jobs

VON THOMAS WELS - zuletzt aktualisiert: 03.02.2006 - 12:21

Düsseldorf (RP). Ob Deutsche Bank, Henkel oder Bayer - alle fahren reiche Ernte ein. Die Deutsche Bank steigerte 2005 den Überschuss um 53 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) erwartet in diesem Jahr eine Gewinnausschüttung an die Aktionäre von 18 bis 20 Milliarden Euro, nach 15 Milliarden in 2005. Im Schnitt erwarte die DSW in diesem Jahr ein Gewinnplus der Dax-Unternehmen von 15 bis 20 Prozent. Was hat Deutschland davon?

Steigt das Einkommen?

Ja. Wenn die Dividenden steigen, dann steigen volkswirtschaftlich gesehen auch die verfügbaren Einkommen - gespeist aus Einkommen aus Vermögen. Einen Nachfrageschub im Handel löst das dennoch nicht aus, erläutert Ulrich Hombrecher, Chefvolkswirt der WestLBAG. Es sind tendenziell Vermögende, die Vermögenseinkommen beziehen, und die sparen einen größeren Teil ihres Geldes. Hombrecher erwartet allerdings auch einen Lohnanstieg. Er hält zwei Prozent mehr für verkraftbar.

Steigt die Beschäftigung?

Vielleicht. Die Chancen auf neue Jobs stehen gut wie lange nicht, wenn auch kein Wunder zu erwarten ist. Die WestLB geht von einem leichten Beschäftigungszuwachs von 150.000 Stellen aus. Das seien nicht unbedingt alles sozialversicherungspflichtige Vollzeitjobs.

Steigen die Investitionen?

Ja, und das ist neu. Zwischen 2000 und 2004 stiegen die Unternehmensgewinne auch, untypischerweise aber reagierten die Unternehmen nicht mit Investitionen. Statt dessen bauten sie Schulden ab. Jetzt aber steht die Wende bevor.

Steigen die Steuereinnahmen?

Ja, auch das ist ein erfreulicher Effekt der Unternehmensgewinne.

Kommt jetzt der Aufschwung?

Vielleicht. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer, der Anstieg der Rentenversicherungsbeiträge, die Reichensteuer und wegfallenden Steuervergünstigungen kosten 27 Milliarden Euro oder 1,5 Prozent des verfügbaren Einkommens. „Das ist das Damoklesschwert über dem Aufschwung“, meint Hombrecher.

Von Thomas Wels

Quelle: Rheinische Post

 
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