Nach Woolworth-Insolvenz: Reno und Kik planen offenbar Übernahme der Läden
zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 - 17:16Düsseldorf (RPO). Wenige Tage nach dem Insolvenzantrag der Warenhauskette Woolworth interessieren sich offenbar immer mehr andere Einzelhändler für Filialen des Frankfurter Unternehmens. Nach einem Medienbericht würde der Textildiscounter KiK gerne zahlreiche der Standorte übernehmen, und auch die Schuhhandelskette Reno liebäugele mit einigen Standorten.
"Wir haben durchaus Interesse an Woolworth-Filialen. Aber nicht zu den aktuellen Mietpreiskonditionen", zitierte die "Welt" einen führenden KiK-Manager. Gespräche mit Insolvenzverwalter Ottmar Hermann habe es aber noch nicht gegeben.
Die Schuhhandelskette Reno prüft dem Bericht zufolge ebenfalls die Übernahme einiger Geschäfte. "Wir haben uns die Standorte von Woolworth bereits sehr genau angeschaut. Unsere Analyse ergab, dass darunter einige sind, die für Reno sehr interessant sind", zitierte "Die Welt" eine Sprecherin.
320 Filialen in Deutschland und Österreich
Beim Konkurrenten Deichmann ist man dem Blatt zufolge noch nicht ganz so weit: "Es gab bisher keine Kontakte oder Gespräche. Aber wir beobachten den Flächenmarkt sehr genau", sagte ein Deichmann-Sprecher. Ein Vertreter der Drogeriemarktkette Rossmann sagte der Zeitung: "Rossmann ist grundsätzlich an guten Objekten und guten Lagen interessiert, wenn sie ins Rossmann-Vertriebsnetz passen."
Woolworth hatte über Ostern wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt. Rund 320 Filialen in Deutschland und Österreich und 11.000 Mitarbeiter sind davon betroffen.
Der vorläufige Insolvenzverwalter, der Frankfurter Anwalt Ottmar Hermann, hatte auch Interesse von möglichen Investoren bestätigt, ohne Details zu nennen. Branchenkenner halten es jedoch für sehr schwierig, Woolworth als Marke zu verkaufen. Deutlich attraktiver sind offenbar die Ladenlokale, die allerdings nicht Woolworth gehören. Größter Vermieter ist laut "Welt" mit rund 110 Filialen die US-Investmentgesellschaft Cerberus. Die Eigentümerschaft der übrigen 200 Läden sei breit gestreut.
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